Barometer-Gutachten – Unterbindung der Eigenversorgung

„Digitalisierung der Energiewende“ betreibt radikalen Umbau des Energiesystems – Gastbeitrag von Klaus Oberzig

Der Begriff Barometer-Gutachten ist bislang in der Solarbewegung nicht angekommen. Auch die Tatsache, dass es eigentlich „Barometer zur Begutachtung der Digitalisierung der Energiewende“ heißt, hat wenige aufhorchen lassen. Dass die fossilen Energieversorger mit der Metapher „Digitalisierung der Energiewende“ einen radikalen Umbau des Energiesystems betreiben, bei dem die Erneuerbaren Energien nicht einfach integriert, sondern auf die Rolle des Zulieferers zurechtgestutzt werden sollen, das hält eine Mehrheit immer noch für undenkbar. Dabei sind die Bemühungen der fossilen Energieversorger und Netzbetreiber, ein neues Geschäftsmodell für den Ausgleich der Schwankungen im Stromnetz einzuführen, alles andere als neu – schreibt Klaus Oberzig auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie. weiterlesen…

Österreichs letztes Kohlekraftwerk stellt Betrieb ein

Einstellung des Fernheizkraftwerks Mellach (Steiermark) beendet Kohleverstromung in Österreich

Mit Auslaufen des Wärmeliefervertrags nach Ende der Heizperiode hat VERBUND wie angekündigt den Kohlebetrieb im Fernheizkraftwerk Mellach südlich von Graz dauerhaft eingestellt. Damit wurde die Kohleverstromung in Österreich beendet. Als letztes Kohlekraftwerk in Österreich hat das Fernheizkraftwerk Mellach mit dem Brennstoff Steinkohle Strom und Wärme erzeugt. Ein Bericht von oekonews.at vom 17.04.2020. weiterlesen…

Flora und Fauna unter Stress

Megadürre demonstriert, dass Bäume sowohl Indikatoren als auch Leidtragende des Klimawandels sind

Nach wochenlangem Regenmangel führen manche Flüsse in der Schweiz weniger Wasser als gewöhnlich. Auch die Flora reagiert auf die Trockenheit: Für Graubünden und das Tessin hat das schweizerische Bundesamt für Umwelt große Waldbrandgefahr diagnostiziert. Im Freien gilt in den beiden Kantonen ein absolutes Feuerverbot. In Deutschland trocknen die Böden ebenfalls immer mehr aus: In der Rhön sind die Hochmoore in Gefahr, warnt die Fuldaer Zeitung. Während es hierzulande im dritten Jahr zu wenig regnet, führen Forscher in der Wissenschaftszeitschrift Science eine jahrelange Trockenphase in Nordamerika zur Hälfte auf den Klimawandel zurück. Was die Folgen betrifft, gibt es noch viele Unbekannte, wie Sven Titz am 17.04.2020 in der Neuen Zürcher Zeitung schrieb. weiterlesen…

Der Bundesrat soll’s richten

NRW plant Energiewende als Konjunkturmotor aus der Krise

Offenbar strebt das Land Nordrhein-Westfalen mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien ein grünes Wachstumspaket als Ausweg aus der Corona-Krise an. Die Fachmedien Energate Messenger und Tagesspiegel Background berichten heute über ein entsprechendes Positionspapier der NRW-Landesregierung. Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) habe früh ein klimafreundliches Konjunkturpaket gefordert, und begrüße die bekannt gewordenen Pläne, heißt es in einer Pressemeldung vom 17.04.2020. weiterlesen…

Ukraine: Brände wirbeln radioaktive Teilchen auf

Greenpeace-Analyse zeigt Ausmaß der Brände auf kontaminierten Flächen

Die Brände in der Sperrzone rund um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine haben auf 48.700 Hektar, einer Fläche halb so groß wie Berlin, Radioaktivität aufgewirbelt. Das zeigt eine Greenpeace-Analyse, bei der Satellitenbilder vom Beginn der Feuer bis zum Ende des Brandes am 15.04.2020 ausgewertet wurde, wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace am 16.04.2020 per Pressemitteilung verbreitete. weiterlesen…

Der Schock hat System

Lesehinweis: Corona und die Folgen

„Gerade jetzt müssen wir uns Gedanken um Umwelt und Klima machen. Sonst droht möglicherweise schon bald Sars-CoV-3“, schreiben die drei Co-Autoren der Leopoldina-Stellungnahme „Coronavirus-Pandemie – Die Krise nachhaltig überwinden“ (siehe solarify.eu/leopoldina-plaediert-fuer-nachhaltigen-ansatz-bei-coronavirus-bewaeltigung) Christoph Rosol, Jürgen Renn und Robert Schlögl zur Einleitung eines Gastbeitrags für die Süddeutsche Zeitung am 15.04.2020. weiterlesen…

EU-Politiker wollen wirklich Green Deal

Umweltminister und EU-Parlamentarier fordern grünen Wiederaufbau

Der Green Deal der EU-Kommission sollte im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Aufbaustrategien nach der Corona-Krise stehen, haben laut Euractiv 13 EU-Umweltminister in einem gemeinsamen Aufruf gefordert. Das EU-Parlament zog am 06.04.2020 mit einer ähnlichen Initiative (siehe unten) nach. Der Green Deal „muss für eine nachhaltige Erholung nach der COVID-19-Krise von zentraler Bedeutung sein“, schrieben mehrere EU-Umweltminister in einem Meinungsbeitrag, der am 09.04.2020 auf der Website Climate Home News veröffentlicht wurde. weiterlesen…

Neue Idee zum Klimaschutz

DLR-Studie: Klimaschutz durch CO2-Bremse?

Die Energieforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat in einer Studie eine neue Idee zum Klimaschutz entwickelt. Zentrales Element ist ein Preisaufschlag auf CO2, der ganz zu Beginn des Kohlenstoffzyklus erhoben wird: Rohstoffproduzenten von Erdöl, Erdgas, Kohle und Kalk werden verpflichtet, diese Materialien vor dem Verkauf in der Nähe der Förderorte einzulagern. Dies kann entweder real oder virtuell über eine Kryptowährung erfolgen. Im Gegensatz zu Instrumenten wie CO2-Steuern oder Vereinbarungen zum Emissionsrechtehandel, die auf nationalen Gesetzen oder internationalen Regelungen beruhen, soll die vom Team des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik vorgeschlagene CO2-Bremse als weltweiter Pakt zwischen Bürgern und Industrie organisiert sein. (Foto: Materielle CO2-Bremse durch reale Einlagerung – © DLR; Universität Stuttgart) weiterlesen…

Kohlestrom rentiert sich weltweit schon zur Hälfte nicht mehr

Neue Berichte – Boom und Bust 2020: Nachzeichnung der weltweiten Kohlekraftwerk-Entwicklung

In diesem Jahr können 46 Prozent der weltweit laufenden Kohlekraftwerke nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden, schätzt die laut einer Medienmitteilung von Matt Gray am 01.04.2020 veröffentlichte Analyse „Global Energy Monitor“ des Thinktanks Carbon Tracker („COVID and coal power: outlook and opportunities“ – COVID und Kohlestrom: Perspektiven und Möglichkeiten). Entsprechend ging die weltweite Kohleverstromung 2019 schon das vierte Jahr in Folge zurück, aber für das Pariser Klimaabkommen sind wesentlich stärkere Reduzierungen erforderlich – so eine Medienmitteilung von Christine Shearer am 25.03.2020 über den neuen Bericht von EndCoal („Boom and Bust 2020“). Weltweit schrumpften die Kohlekraftwerkskapazitäten zwar, aber Chinas Genehmigungsboom fresse den globalen Rückgang wieder auf: Im März habe Peking bereits mehr neue Kohlekraftwerksleistung genehmigt als im ganzen Jahr 2019. (Foto: Vor allem in Europa und China rechnet sich Kohle nicht mehr – Kohlekraftwerk Niederaußem, RWE – © Franziska Vogt für Solarify) weiterlesen…

„…Potenzial, digitale Energiewende zum Scheitern zu bringen“

Digitalisierung der Energiewende – „ungenügend bis mangelhaft“

Das am 08.04.2020 vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) veröffentlichte „Zweite Digitalisierungsbarometer für die Energiewende“ lobt marginale Fortschritte und zeigt zusätzliche große Baustellen kritisiert der Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne), Robert Busch. Sein Kurzstatement vom 09.04.2020. weiterlesen…