Bislang wandert Industrie nicht ab – trotz Klimaschutzauflagen

MCC analysiert Investitionsverlagerungen deutscher Firmen, die vom EU-Emissionshandel erfasst sind. Erste Untersuchung dieser Art auf Basis der hochwertigen Mikrodaten der Bundesbank

Die oftmals geäußerte Befürchtung, dass der Klimaschutz Industrie aus dem Land treibt, wird durch eine Auswertung der vertraulichen „Mikrodatenbank Direktinvestitionen“ der Deutschen Bundesbank entkräftet: Es gibt bislang kaum Belege dafür, dass deutsche Unternehmen, deren CO2-Ausstoß über den EU-Emissionshandel limitiert wird, darauf mit dem Aufbau von Produktion außerhalb der EU reagieren. Die Studie wurde unter Federführung des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change) erstellt und jetzt in der Fachzeitschrift Energy Economics veröffentlicht. Es ist das erste Mal, dass das Thema nicht auf der Basis aggregierter Sektor- oder Länderdaten analysiert wird, sondern anhand von Mikrodaten zu den Aktivitäten der regulierten Unternehmen und ihrer Anlagen, wie das MCC mitteilt. weiterlesen…

VW-Boss: Kohleausstieg viel zu spät!

„An den großen Hebeln“ ansetzen

VW-CEO Herbert Diess hat – so zitiert Euractiv den Tagesspiegel Background Mobilität & Transport – die Energiepolitik der Bundesregierung scharf kritisiert: Der Kohleausstieg komme nach seiner Überzeugung „viel zu spät“, sagte Diess in einem am 31.05.2019 im veröffentlichten Interview. Zudem seien die Prioritäten falsch gesetzt worden: „Man hätte erst aus der Kohle und dann aus der Kernkraft aussteigen sollen.“ Zwar sei an dem Ende Januar erzielten Kohlekompromiss hart gearbeitet worden, der bis 2038 schrittweise aus der Kohleverstromung auszusteigen vorsieht – im Kampf gegen die Klimaerwärmung müsse aber „an den großen Hebeln“ angesetzt werden – also am Ausstieg aus fossilen Energieträgern, vor allem der Braunkohle. weiterlesen…

Klimaschutz sofort in den Mittelpunkt

Michael Müller im Solarify-Selbst-Gespräch: „Politisiert, aber nicht politisch“

Auch wenn die Zahlen es derzeit nicht unbedingt hergeben und die SPD erst einmal aus dem Tal der Tränen heraus muss, wirbt der SPD-Umweltexperte und Ex-Umweltstaatssekretär Michael Müller im Solarify-Selbst-Gespräch für ein neues rot-grünes Projekt. Der Klimaschutz gehöre – nicht erst seit den Ergebnissen der Europawahl – ins Zentrum der politischen Auseinandersetzungen. weiterlesen…

Rheinische Post: „Quadratur des CO2-Preises“

Landesschefs für CO2-Abgabe – Partei dagegen

Während die SPD um ihre Zukunft ringt und die große Koalition mit ihr, brennt der CDU laut der Rheinischen Post gerade ein Thema auf den Nägeln, „für das ihr in der Bevölkerung so gut wie keine Kompetenz zugemessen wird: der Klimaschutz“. Die Christdemokraten streiten einerseits darüber, ob das Fahren mit schweren, emissionsstarken SUVs deutlich teurer werden soll, damit das Klimaziel 2030 doch noch erreicht wird. Andererseitrs wollten einige Unionsfraktions-Mitglieder die Empfehlungen der Kohle-Kommission nicht uneingeschränkt mittragen. weiterlesen…

Kernfusion: 90.000 kWh Wärmeenergie aus 1 Gramm Helium­-Tritium­-Gemisch

„Funken in der Sternenmaschine“

Die Kernfusion soll die Kraft der Sonne auf die Erde holen und wäre, wenn sie gelingt, eine völlig neue Energiequelle. Einen Weg zu dieser Form der Energieerzeugung verfolgen Forscher um Thomas Klinger, Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald, mit der Anlage Wendelstein 7-X, der weltweit größten Fusionsanlage vom Typ Stellarator, schrieb Roland Wengenmayr am 29.05.2019 in einer Reportage auf der Internetseite der Max-Planck-Gesellschaft. weiterlesen…

Kernkraftwerke retten nicht Klima, sondern Atomwaffenindustrie

IPPNW-Antwort auf IEA-Studie

Die Internationale Energieagentur warnt in einer am 28.05.2019 veröffentlichten Studie, dass die Stromerzeugung durch Atomkraftwerke weltweit stark fallen könnte, da immer mehr Meiler aus Alters- und Sicherheitsgründen vom Netz gehen müssen. Ohne einen Politikwechsel würden die Industrieländer in Europa, die USA, Kanada und Japan bis 2025 25% ihrer atomaren Energiekapazität verlieren. Die Ärzteorganisation IPPNW kritisiert in ihrer Pressemitteilung vom selben Tag die präsentierte Lösung durch eine Laufzeitverlängerung und Subventionen der Atomenergie und fordert stattdessen den weltweiten Ausstieg aus der Atomenergie und eine Energiewende durch einen Mix aus Energieeinsparung, Ausbau von Erneuerbaren Energien und Speichertechnologien. weiterlesen…

Umfrage: Fast zwei Drittel für CO2-Steuerreform

Wenig Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland / Auftraggeber der Umfrage fordern CO2-Preis ab 2020

Fast zwei Drittel der Wahlberechtigten (62 Prozent) halten eine CO2-orientierte Reform der Abgaben, Umlagen und Steuern auf Energie grundsätzlich für sinnvoll. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von infratest dimap im Auftrag der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, der Stiftung Neue Energie und des Vereins CO2-Abgabe. Auch Geringverdiener und Unions-Wähler befürworten demnach mit jeweils 58 bzw. 59 Prozent eine CO2-Steuerreform. Mit Blick auf die kommenden Landtagswahlen besonders interessant: In Ostdeutschland wird eine solche Steuerreform ebenfalls mehrheitlich befürwortet. Die Zustimmung der Menschen im Osten steigt von gut der Hälfte (55%) auf fast zwei Drittel (64%), wenn der CO2-Preis aufkommensneutral ist. weiterlesen…

Konzertierte Kritik am Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes

„Staatsversagen“

Auch wenn sich die Minister noch nicht in allen Punkten geeinigt haben, gaben Bundesbau- und -wirtschaftsministerium den seit eineinhalb Jahre überfälligen Entwurf für das Gebäudeenergiegesetz am 29.05.2019 in die Verbändeanhörung. Mögliche Änderungen könnten geplante und bereits genehmigte Immobilien-Projekte unwirtschaftlich machen, warnte Klaus Peter Hesse, Sprecher der Geschäftsführung des Zentralen Immobilien Ausschusses e.V., in einem Gespräch mit energate-immo. Substantiertere Kritik kam von BEE und DUH („Staatsversagen“). weiterlesen…

Mehr als eine Milliarde Euro für Energieforschung

Kabinett verabschiedet Bundesbericht 2019

Das Bundeskabinett hat am 29.05.2019 den von Bundeswirtschaftsminister Altmaier vorgelegten Bundesbericht Energieforschung 2019 beschlossen. Demnach hat die Bundesregierung 2018 mehr als eine Milliarde Euro in Forschung, Entwicklung und Demonstration moderner Technologien für die Energiewende investiert. Damit bleibe die Forschungsförderung „auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Das unterstreicht den hohen Stellenwert von Innovationen bei der Transformation des Energiesystems“, so eine Medienmitteilung aus dem BMWi. (Titel: Bundesbericht Energieforschung 2019 – © BMWi – (FotoHolger Vonderlind) weiterlesen…