Belgiens „Riss-Reaktor“ vom Netz

Tihange 2 endgültig abgeschaltet

Deutsche Politiker und Atomkraftgegner nennen es einen „großen Erfolg“: Nach 40 Jahren Laufzeit ist am 31.01.2023 der umstrittene Reaktor Tihange 2 in Belgien vom Netz gegangen. Doch es gab auch Proteste gegen die Abschaltung. 2012 hatten Fachleute tausende haarfeine Risse im Reaktordruckbehälter des Kernkraftwerks Tihange 2 entdeckt, die aber laut der Atomaufsichtsbehörde „höchstwahrscheinlich“ schon bei der Herstellung 1979 entstanden sind. Der sogenannte „Riss-Reaktor“ steht nur 50 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze. (Foto: Kühltürme des AKW Tihange – © Michielverbeek – eig. Werk. Liz.u. CC BY-SA 3.0 üb. Wikimedia) weiterlesen…

Klimaneutraler Luftverkehr

Nicht so einfach: auch Wasserdampf treibt Erderwärmung an

Verkehrsminister Wissing wird mehr und mehr zur Regelzielscheibe von Satirikern und Karikaturisten. Aber ehrlich: Den Verkehrssektor klimafreundlich umzugestalten, ist wahrlich eine Herausforderung – vor allem in puncto Flugverkehr. Über den Wolken ist die Freiheit diesbezüglich eng begrenzt. Piccards (siehe: solarify.eu/solarflugzeug-uberquerte-usa) Solarflug um die Welt wird wohl eine spektakuläre Eintagsfliege bleiben. Auch Biosprit ist (als Nahrungsmittel) umstritten. Und Kompensationen (derer es bis 2050 1 Billion Dollar brauchte) seit kurzem (siehe solarify.eu/analyse-enthuellt-mehr-als-90-co2-kompensationen-wertlos) ebenfalls. weiterlesen…

Kreislaufwirtschaft kommt im Autobau an

Leuchtturmprojekt: Konsortium entwickelt neue Konzepte zur Nutzung nachhaltiger Materialien

Ein neues Konsortialprojekt namens „Future Sustainable Car Materials” (FSCM) soll das Kreislaufsystem für Metalle und Kunststoffe über die automotive Wertschöpfungskette hinweg stärken. Das Datenökosystem „Catena-X“ liefert das nötige Datenformat für den digitalen Fingerprint der Materialien sowie eine Plattform für kollaborative Zusammenarbeit. Das BMWK fördert das Projekt. weiterlesen…

Kabinett will Wind- und Netzausbau beschleunigen

EU-Notfallverordnung wird umgesetzt – Verfahren werden noch mal schneller

Die Verfahren zum Ausbau von Windenergie an Land, Windenergie auf See sowie für Offshore-Anbindungsleitungen und Stromnetze werden noch einmal deutlich weiter beschleunigt. Dazu hat das Bundeskabinett heute den von Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck vorgelegten Entwurf einer Formulierungshilfe zur Umsetzung der sogenannten EU-Notfallverordnung (Verordnung EU 2022/2577) beschlossen. Sie wird nun dem Bundestag zugeleitet. weiterlesen…

Ziele allein reichen nicht

Politik muss Wege zur Nachhaltigkeit mit Gesellschaft aushandeln

Nicht abstrakte Ziele, sondern die Wege ihrer praktischen Umsetzung werden über den Erfolg einer nachhaltigen Gesellschaft in diesem Jahrhundert entscheiden. Damit die Transformation gelingt, muss die Politik konkrete Schritte mit den zentralen gesellschaftlichen Akteuren aushandeln. Auf der Grundlage gemeinsam erarbeiteter Handlungsoptionen sollte sie dann mehr Beteiligung ermöglichen, schreiben die RIFS-Forscher Jörg Radtke und Ortwin Renn (früher: „IASS“) in dem Sammelband „Umkämpfte Zukunft. Zum Verhältnis von Nachhaltigkeit, Demokratie und Konflikt“. weiterlesen…

Denkwerkstatt für Jugendliche zum kommunalen Klimaschutz

Bergisches EnergiewendeCamp 2023: Veranstaltungsauftakt am Wuppertal Institut

Die Denkwerkstatt des 6. Bergischen „EnergiewendeCamp“ brachte Jugendliche in außerschulischen Lernräumen zusammen, um sich vier Tage lang mit den Themen erneuerbare Energien, Ressourcen- und Energieeffizienz und Klimaschutz auseinanderzusetzen. Vom 30. Januar bis 2. Februar 2023 erkundeten Schüler*innen der Jahrgangsstufe 10 bis 12 aus Wuppertal, Solingen und Remscheid die Energiewende hautnah, indem sie nachhaltige Energie- und Klimakonzepte sowie zukunftsfähige Technologien aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Ressourcen- und Energieeffizienz in der Praxis kennenlernten. In intensiven Seminaren und Workshops setzten sich die Jugendlichen mit Herausforderungen und Chancen der Zukunftsenergien auseinander und diskutieren mit Expert*innen regionaler Unternehmen und Institutionen über die Energiezukunft. weiterlesen…

EU-Kommission präsentiert Green-Deal-Industrieplan

Mehr Wettbewerbsfähigkeit im Übergang zur Klimaneutralität

Die Europäische Kommission hat am 02.02.2023 Steuerbefreiungen, flexible Beihilfen und die Förderung der lokalen Produktion als Schlüsselstrategien für den Green Deal Industrial Plan festgelegt. Der europäische Photovoltaik-Verband Solarpower Europe kritisiert jedoch eine fehlende Ausrichtung auf die Solarenergie. weiterlesen…

Biosprit effizienter herstellen

Neues Verbundprojekt boostert Biokraftstoffe mit Strom

In einem zu Jahresbeginn gestarteten Projekt unter Koordination der Technischen Universität München (TUM) will ein Bündnis aus Forschungsinstitutionen und Unternehmen, darunter das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, laut einer Medienmitteilung vom 31.01.2022 den ökologischen Fußabdruck des Verkehrssektors senken. Dazu entwickeln die Beteiligten ein Raffineriekonzept, um erneuerbare Kraftstoffe im Tonnenmaßstab für viele Anwendungen zu produzieren. Die Forschenden kombinieren dafür die Herstellung von E-Fuels mit der von fortschrittlichen Biokraftstoffen. (Bild: Synthetische Kraftstoffe: Zapfhähne für OME, H2 und Solarstrom – © PPP Schlögl, MPI CEC) weiterlesen…

PV kann auf 0,3 Prozent der Landfläche weltweiten Strombedarf decken

Bisher unterschätzt

PV-Anlage - Foto © Gerhard Hofmann für SolarifyEine internationale Forschungsgruppe sagt in einem Artikel im Portal Joule („Solar photovoltaics is ready to power a sustainable future“), dass Rohstoffe und die Verfügbarkeit von Land kein wirkliches Hindernis für ein globales Energiesystem darstellen, das auf Solarenergie beruht. Demnach sollten sich die Prognosen für das Photovoltaik-Wachstum nicht auf Großkraftwerke konzentrieren, sondern auch vertikale Anlagen, Agri-Photovoltaik und schwimmende Solarkraftwerke als Quelle künftiger großer Marktvolumina betrachten. Denn mit Solarenergie könnte theoretisch der weltweite Strombedarf auf nur 0,3 Prozent der Landfläche gedeckt werden. weiterlesen…

Nature: Was folgt, wenn alle Zugang zu Ressourcen und Dienstleistungen bekommen

„Auswirkungen der Erfüllung des Mindestzugangs zu kritischen Erdsystemen inmitten der großen Ungleichheit“

Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (dt.: bundesregierung.de/nachhaltigkeitsziele-erklaert) sollen den Zugang zu Ressourcen und Dienstleistungen verbessern,  Umweltzerstörung reduzieren, Armut beseitigen und Ungleichheit verringern. Das Ausmaß der Umweltbelastung, die sich aus der Zufriedenstellung der Bedürfnisse der Ärmsten ergeben würde, ist jedoch umstritten – vor allem im Vergleich zu den viel größeren Belastungen durch die Reichen. 24 Autoren untersuchen in ihrem Artikel in nature (open access) aus den Niederlanden, USA, Großbritannien, Australien, Nigeria, Ghana, Schweden, Kanada, Österreich und Deutschland, dass die „große Beschleunigung“ der menschlichen Einflüsse durch eine „große Ungleichheit“ bei der Nutzung und Schädigung der Umwelt gekennzeichnet war. (Bild: Agenda 2030, 17 UN-Nachhaltigkeitsziele – SDGs – © United Nations/ Bundesregierung) weiterlesen…