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Archiv: Externalisierung


Kritik an Energiewende nicht nachvollziehbar

Der Bundesrechnungshof hat dem BMWi kürzlich „teure Fehler“ bei der Umsetzung der Energiewende vorgeworfen (siehe solarify.eu/undurchsichtige-energiewende). Die Kritik des Bundesrechnungshofes ist aus Sicht des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE) in dieser schlichten Form nicht nachvollziehbar und zu einseitig – so eine BEE-Medienmitteilung vom 20.01.2017.


Zur Diskussion um Energiewendekosten und EE-Umlage – INSM-Studie zweifelhaft

FÖS logoIm Gegensatz zu den Behauptungen der INSM-Studie sind die erneuerbaren Energien nicht die „Preistreiber“ der Stromversorgung, sondern sie ersetzen Energieträger mit viel höheren Folgekosten für Steuerzahler und Gesellschaft: Stromkunden müssten nämlich einer Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) zufolge 2017 auf jede verbrauchte Kilowattstunde bis 10,8 Ct „Konventionelle-Energien-Umlage“ zahlen, wenn die versteckten greenpeace-energy logoKosten für Kohle, Atom und Gas in den Strompreis eingerechnet würden. Die Studie entstand im Auftrag des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy.

Scherhorn-Wachstum-oder-Nachhaltigkeit-TitelDas zentrale Menschheitsproblem neben dem Klimawandel und der Armut ist der Substanzverzehr, der Verbrauch der Gemeingüter, seine Ursachen die Fixierung auf Wirtschaftswachstum und kurzfristiges Denken. Die Lösung liegt in einer Politik der Nachhaltigen Entwicklung. Diese wird erst gelingen, wenn langfristiges Denken das kurzfristige abgelöst hat, wenn nicht immer noch mehr Wachstum, sondern Nachhaltigkeit das Ziel der Wirtschaftspolitik ist. Das erfordert eine neue Verantwortlichkeit für die Gemeingüter. Und es ist durchsetzbar, wenn die im Grundgesetz festgelegte Sozialbindung des Eigentums auf das Kapitaleigentum ausgedehnt wird. So der Sozialökonom und Konsumtheoretiker Gerhard Scherhorn, emeritierter Professor an der Universität Hohenheim, in seinem vom Altius Verlag herausgebenen Band „Wachstum oder Nachhaltigkeit“.


Billigwahn zerstört

Cheaponomics - TitelDass „billig“ oft gerade nicht „preiswert“ ist, wissen wir längst. Trotzdem verfehlen Sprüche wie „Geiz ist geil“ oder „ich bin doch nicht blöd“ ihre Wirkung nicht. Vom altehrwürdigen Feilschen auf dem Bazar (auch bei uns ist ja inzwischen Handeln offiziell erlaubt), also vom Erzielen des günstigsten Preises geht eine Faszination aus – wir sind erst dann beruhigt, wenn wir „ein Schnäppchen“ gemacht haben, wie wir es verniedlichend nennen. Dass dahinter etwas Zerstörerisches lauert, macht Michael Carolan in seinem Buch „Cheaponomics – Warum billig zu teuer ist“ eindrucksvoll klar.

Atlas der Globalisierung


„Instandbesetzung der politischen Institutionen“

Le Monde diplomatique - Globalisierungsatlas - Titel„Wie können – unter Bedingungen schrumpfender Wachstumsraten – Arbeitsplätze, Renten, Bildung, medizinische Versorgung gesichert werden? Wie können die Ess- und Mobilitätsgewohnheiten einer ganzen Bevölkerung verändert werden? Wie definiert man angesichts der kommenden Rationalisierungswellen „gute Arbeit“? Diese entscheidenden Fragen stellt Mathias Greffrath im Prolog des neuen Atlas für Globalisierung von Le Monde diplomatique.

Richtig rechnen!


Gegen die Unvollständigkeit der betrieblichen Finanzbuchhaltung

Das Titelbild des Buches „Richtig rechnen!“ von Christian Hiß, Vorstand der Regionalwert AG, nimmt sich selbst auf den Arm – „Erbsenzähler…“. Doch der Untertitel „Durch die Reform der Finanzbuchhaltung zur ökologisch-ökonomischen Wende“ stellt klar, worum es HIß geht: Weil „ökologische und soziale Nachhaltigkeit in unserer kapitalistisch orientierten Welt meist an letzter Stelle“ kommen – nach dem Motto: „Wir können uns Natur- und Umweltschutz und soziale Leistungen erst dann erlauben, wenn das Wirtschaftliche stimmt,“ beginnt er an einem ungewöhnlichen Ende: Der Finanzbuchhaltung.

Benzin müsste um 90 Cent höher liegen, wenn Externalisierung offengelegt würde

Laut ADAC war 2014 das seit langem günstigste Tankjahr. Das Überangebot von Fracking-Erdöl aus den USA, hartnäckig weiter fördernde Ölländer wie Saudi-Arabien und die insgesamt geringe globale Nachfrage sind die Gründe für den Preisrutsch an den Zapfsäulen. Doch ist dieser Preis ehrlich? Das Online-Magazin Green Wiwo berichtet über eine Modellberechnung des US-Wissenschaftlers Drew T. Shindell von der Duke Nicholas School of the Environment, der zufolge Sprit wesentlich teurer sein müsste.

20 Jahre nach der UNCED (United Nations Conference on Environment and Development; 1992) in Rio überschreitet der Ressourcenverbrauch von Jahr zu Jahr schneller die globale Biokapazität. Ein Parameter für diesen – fortschreitenden – Prozess ist der „Earth Overshoot Day“ (EOD), jährlich berechnet vom footprintnetwork. Der WWF nennt ihn den „Welterschöpfungstag“. Heute – am 19.08.2014 – ist er eingetreten. Die restlichen viereinhalb Monate dieses Jahres lebt die Menschheit damit „auf Pump“. Jahr für Jahr tritt dieser Welterschöpfungstag früher ein.