Lauter Ausnahmen

Baden-württembergisches Maßnahmenpaket zur Luftreinhaltung in Stuttgart

Die grün schwarze Regierung hat (einer Medienmitteilung vom 11.07.2018 zufolge) ein Maßnahmenpaket zur Luftverbesserung in Stuttgart beschlossen. Ab 01.01.2019 gilt für Dieselfahrzeuge mit Euro 4 und schlechter ein ganzjähriges Fahrverbot. Für Dieselfahrzeuge mit Euro 5 sollen Fahrverbote mit verschiedenen Maßnahmen weiter vermieden werden. Um es den Dieselbesitzern schmackhaft zu machen, gibt es eine lange Liste mit Ausnahmen. weiterlesen…

Jährlich 200 Güterwaggons Stickstoff in die Ostsee

Cyanobakterien vermehren sich explosionsartig

Als Folge der Überdüngung mit Nährstoffen und der Hitzewelle vermehren sich Bakterien und Algen explosionsartig. Besonders die giftigen Cyanobakterien (Blaualgen) sind gefürchtet. Sie können Haut- und Schleimhautreizungen auslösen, Bindehautentzündung, Ohrschmerzen, aber auch Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. An der polnischen Ostsee mussten einige Strände gesperrt werden. Auch an der deutschen Ostseeküste wurden schon Blaualgen festgestellt – so eine Medienmitteilung der Bundestagsfraktion Bündnis90/Grüne und zahlreicher Medien über die Antwort des BMU*) auf eine Frage der Abgeordneten Steffi Lemke. weiterlesen…

Repowering

Repowering beschreibt das Ersetzen älterer (Windkraft-)Anlagen durch größere, meist leistungsfähigere, moderne Anlagen auf dem aktuellen Stand der Technik. Dabei sinkt die Gesamtanzahl der Anlagen bei steigender Gesamtleistung des Parks. (BWE) weiterlesen…

„Deutschland wirtschaftet, als gäbe es drei Erden“

Erdüberlastungstag: Stopp umweltschädlicher Subventionen gefordert

„Ab diesem Mittwoch leben wir auf Pump, aber auf lange Sicht wird die Erde uns keinen Kredit mehr geben können. Brennende Wälder, schmelzende Gletscher – längst leuchten die roten Warnlampen des Planeten“, so der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger am 01.08.2018. Am 01.08.2017, einen Tag früher als 2017, sind die natürlichen Ressourcen aufgebraucht, welche die Erde 2018 regenerieren und damit ohne Schaden zur Verfügung stellen kann. Ab jetzt muss die Menschheit bis Jahresende bei der Natur einen Kredit aufnehmen. weiterlesen…

Klimaveränderung ändert auch unsere Nahrung…

…und kann sich bedrohlicher auswirken, als wir denken

Die Weltbevölkerung wird bis 2050 auf fast 10 Milliarden anwachsen. Mit 3,4 Mrd. mehr Mündern und dem wachsenden Wunsch der Mittelschicht nach Fleisch und Milchprodukten in Entwicklungsländern könnte die weltweite Nachfrage nach Lebensmitteln um 59 bis 98 Prozent steigen, schrieb Renee Cho vom Earth Institute der Columbia University am 25.07.2018. Das bedeute, dass die Landwirtschaft weltweit die Produktion steigern und die Erträge steigern müsse. Aber neue Studien deuten darauf hin, dass der Klimawandel – nämlich höhere Temperaturen, Wetterextreme, Dürren, zunehmender Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre und steigende Meeresspiegel – die Erträge zu verringern und die Qualität unserer Nahrungsmittelversorgung zu gefährden droht. weiterlesen…

„Wissenschaftspolitik als Produkt und Ware“

Peter Finkes neues Buch „Lob der Laien“: Politik zum Erfüllungsgehilfen der Wirtschaft herabgesunken

„Mein ‚Lob der Laien‘ ist nicht einfach die Neufassung meines vieldiskutierten Buches über Citizen Science in verändertem Gewand, sondern eine Zwischenbilanz der seither vergangenen vier Jahre“, schreibt Peter Finke über sein neues Buch „Lob der Laien“ (Oekom-Verlag). Manches habe sich gewandelt: Vielen Interviews und Zeitschriftenbeiträge und mehr als 50 Vorträge bei „sehr unterschiedlichen Veranstaltern“ hätten „in dem neuen Buch ihre Spuren hinterlassen. Neun davon habe ich dafür ausgewählt und bearbeitet.“ weiterlesen…

Klimawandel: Einsicht ist nicht gleich Handeln

Warum schauen wir dem „Meteoriteneinschlag in Zeitlupe“ gebannt zu?
-von Gerhard Hofmann-

Viele denken beim Gürtel-enger-schnallen spontan an den Leibriemen des Nachbarn, nicht an den eigenen – das gilt auch fürs Klima. Immer wieder wird gefragt, warum wir den Klimawandel zwar einsehen und auch fürchten, aber gleichzeitig so gut wie nichts dagegen unternehmen. Auf Spiegel-Online versucht Lena Puttfarcken eine Erklärung dafür, dass man „psychologisch gesehen ganz ohne Probleme von etwas überzeugt sein und sich trotzdem genau entgegengesetzt verhalten“ könne. Obwohl die meisten Deutschen die drohende Klimakatastrophe – von ein paar bornierten Klimaskeptikern abgesehen – für eines der größten Zukunftsprobleme halten, ändern wir selbst wenig. weiterlesen…

Einspeisemanagement

abgekürzt auch Eisman oder Einsman genannt, bedeutet die von den Netzbetreibern vorgenommene Abregelung der Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien sowie KWK- und Grubengasanlagen in das Stromnetz. Diese sogenannte Zwangsabregelung der Einspeisung wird notwendig, wenn einzelne Abschnitte eines Verteil- oder Übertragungsnetzes überlastet sind und ein solcher Engpass die Versorgungssicherheit bedroht. Konkret bedeutet dies, dass z.B. Windkraftanlagen aus dem Wind gedreht oder Wechselrichter bei Solaranlagen ausgeschaltet werden. Aber erst in einem letzten Schritt dürfen EE-Anlagen abgeregelt werden, da diese grundsätzlich den Einspeisevorrang nach §8 Abs. 1 EEG genießen. weiterlesen…

Die Erde hat Fieber

Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify am 31.07.2018

Zynischer Zeitgewinn
-von Gerhard Hofmann-
Am 20.07.2018 präsentierte Autominister Scheuer den ersten (wirklich!) hardware-nachgerüsteten ÖPNV-Diesel-Bus. Dem erstaunten Beobachter fällt auf, dass viele Politiker bisher das nachbeteten, was ihnen die Millionen-schweren Vorbeter auf den Chefsesseln der deutschen Auto-Groß-Schmieden vorsagten: Hardware-Nachrüstung geht entweder gar nicht, oder ist zu teuer, dauert jedenfalls endlos lange; der automobil-grüne Ober-Schwabe Kretschmann wiederholte das ständig brav. Offenbar geht es doch – aber nur im ÖPNV. Den Armen, die stickstoffoxid-krank vorzeitig aus dem Leben scheiden, ist es jedoch sehr egal, ob ein privater oder ein öffentlicher Auspuff ihre NOx-Sterbehilfe emittierte. Zumal die SCR-Technik seit langem zur Verfügung steht: Beim ersten Diesel-Gipfel am 02.08.2018 demonstrierten eine Menge Vans und Busse vor dem BMVI mit entsprechenden Aufschriften. Hat die damals kein Politiker gesehen? Oder warum brauchten sie seitdem fast ein Jahr? Denn erst im November 2017 erfand die Politik allen Ernstes ein „Sofortprogramm“ (das sollte in Wahrheit die Gewinne der Automobilindustrie absichern, vordergründig aber angeblich Arbeitsplätze und die betrügerische Industrie vor dem Ruin schützen). Dann gingen bis Ende März 2018 erneut fast vier Monate für die Konkretisierung für den ÖPNV ins Land, schließlich noch einmal vier Monate, bis der erste (ein einziger!) Bus nachgerüstet war – dreist-stolz von einem Minister präsentiert, der (oder keiner seiner PR-Berater) sich mitnichten der Gefahr bewusst zu sein schien, dass er damit Komiker und Kabarettisten landauf landab unfreiwillig mit Material versorgte („Comedy-Gold“). Dabei ist das Thema angesichts (geschätzt) 12.000 vorzeitiger Todesfälle viel zu ernst für lustige Wortspiele. SZ-Redakteur Michael Bauchmüller hat die wahre Absicht Merkels/Scheuers im März weitsichtig zusammengefasst: Die Regierung habe „nur ein Ziel: Zeitgewinn“. weiterlesen…