Bürgschaften für Energieeffizienzprojekte erleichtert

BMWi und Verband Deutscher Bürgschaftsbanken (VDB) – ab 01.01.2016

Mit Unterstützung des Bundes und der Bundesländer erleichtern und erweitern die 16 Bürgschaftsbanken ab Januar 2016 ihre Bürgschaftsbedingungen für die Finanzierung von Energiespar-Contracting-Vorhaben. So gilt – wie das BMWi und der VDB mitteilen – bei Vorhaben, die zu einer Energieeinsparung von mindestens 25 Prozent gegenüber dem Status Quo führen, künftig ein erhöhter Bürgschaftshöchstbetrag von 2 Mio. Euro (bislang 1,25 Mio. Euro). weiterlesen…

Wörterbuch Klimadebatte

Verursachung zur Lösung umgedeutet

Grünes Wachstum, Nullemission, Energiewende, ökologische Modernisierung. Die Klimadebatte hat ihr eigenes Vokabular hervorgebracht, dessen Begriffe eine strukturkonservative Agenda transportieren: Mit marktbasierten Klimaschutzinstrumenten, grüner Technologie und globalem Management sollen die lebenswichtigen Funktionen der Atmosphäre bewahrt und gleichzeitig ungebremstes Wachstum ermöglicht werden. Dieses Ideal der Industriegesellschaften hat jedoch den Klimawandel verursacht und wird nun zu dessen Lösung umgedeutet. Im Wörterbuch Klimadebatte analysieren Expertinnen aus Sozial-, Politik- und Kulturwissenschaften über 40 Schlüsselbegriffe des Klimadiskurses, die diese Utopie plausibel und alternativlos erscheinen lassen, und zeigen notwendige Perspektiven jenseits einer neoliberalen Klimapolitik. weiterlesen…

Klimaabkommen lässt Ökotech-Aktien steigen

Vor allem SMA und Nordex profitieren

Eine Nebenfolge von COP21: Frischer Wind für Erneuerbare-Energien-Aktien. Anleger setzen auf Technologien für die Erzeugung von Ökostrom. Auch zwei deutsche Spezialisten für grüne Energie profitierten: Nordex und SMA Solar, aber auch andere wie REC Silicon, Trina Solar oder Gamesa. weiterlesen…

Ein Schritt von vielen

„Jetzt geht’s los“ sang 1998 die Kölner Kultband „Die Höhner“ – bis heute ein Ohrwurm für jeden halbwegs musikalischen Menschen. Jetzt geht’s wirklich los, nachdem COP21-Präsident Fabius – schlitzohrig die Zustimmung aller 195 Staaten (plus EU, daher die 196) unterstellend – den Paris Accord mit dem grünen Holzhämmerchen festgeklopft hat. Denn der 12.12.2015 ist ein Datum zum Feiern – auch wenn nicht jeder Wunsch in Erfüllung gegangen ist, und obwohl bornierte Republikaner sich in Shredder-Fantasien ergehen – ja: zum Feiern. Denn dass die 1,5-Grad-Grenze im Paris-Abkommen steht, dass alle fünf Jahre nachgeprüft wird, und dass die reichen CO2-Stinker den Armen finanziell beistehen (auch wenn die Formulierung wachsweich ausfiel), ist weit mehr, als zu hoffen war. Aber es ist nicht der endgültige Durchbruch, nur eine Zwischenprüfung auf dem Weg zum Studienabschluss namens Klimaschutz, es ist ein Schritt von vielen, die noch kommen müssen. Denn die bisherigen freiwilligen Zusagen – wenn sie denn überhaupt alle umgesetzt werden – bedeuten nicht 1,5 sondern 2,7 Grad. Und auf manch herben Rückschlag stellen wir uns besser schon heute ein, dann ist der Frust nicht ganz so hart. Dass Sanktionen drinstehen würden, war ohnehin nicht zu erwarten (diese Idee war unrealistisch: wer sollte denn einem Klimasünder welche Buße auferlegen? Wer sie durchsetzen? Wie? Mit Handelsbeschränkungen oder militärisch?). Dass die „Dekarbonisierung“ gestrichen wurde, ist zwar schade, aber das können die Rotstift-Spitzer nicht lange als Erfolg buchen. Denn die Wirtschaft, vor allem die Finanzwirtschaft, läuft den fossilen Investitionen bereits heute in Scharen davon. COP21 wird das Divestment erst recht zum Gebot der Stunde machen, wollen Kapitalgeber nicht vorhersehbar verlustreich in schnell platzende Kohle- und Ölblasen investieren. Das werden auch die Republikaner und so mancher Ölstaat merken, sollten sie außerhalb des Paris Accords schnell noch ein paar Dollar mit schmutziger Energie verdienen (= scheinheilig „Jobs retten“) wollen: Sie werden kurzfristig viel mehr Jobs vernichten, als sie langfristig durch klugen Umbau auf Erneuerbare Energien gewinnen. Was jetzt zu tun ist? Dem Paris Accord muss ein Berlin Accord folgen; der geordnete, möglichst sozial-verträgliche Ausstieg aus der Kohle – der erste von vielen Schritten, die noch folgen werden. Deshalb: „Jetzt geht’s los!“ – Gerhard Hofmann- weiterlesen…

50.000 Solarjobs mehr in Europa möglich

Ohne Handelsbeschränkungen

Mirco Sieg beschreibt in pv magazine eine Studie über den sozio-ökonomischen Beitrag der Solarenergie für Europa von Ernst & Young im Auftrag des Photovoltaikverbands Solar Power Europe, die zeigt, dass politische Entscheidungen zu hohen Arbeitsplatzverlusten in der europäischen Solarbrache geführt hätten. Doch könne ein Ende der Handelsbeschränkungen für chinesische Solarprodukte in den kommenden fünf Jahren mehr als 50.000 neue Jobs entstehen lassen.
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PV-Batterie-Speicherprogramm geht doch weiter

Gabriel hat „Vorschlag entwickelt“

Bundeswirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel bestätigte in seiner Haushaltsrede am 26.11.2015, „…dass das Batteriespeicherprogramm für Photovoltaikanlagen fortgesetzt wird. Deswegen haben wir dazu einen Vorschlag entwickelt.“ Solar- und Speicherwirtschaft begrüßten die Entscheidung. Denn in jüngster Vergangenheit seien in Deutschland ein neuer Industriezweig aufgebaut und technische Maßstäbe gesetzt worden. Die staatliche Förderung habe das Siebenfache an privaten Investitionen ausgelöst. weiterlesen…

Loss and Damage

Verluste und Schäden durch den Klimawandel Die Bevölkerung in den ärmeren Weltregionen kann sich umso schlechter an die Erderwärmung anpassen, umso mehr dieselbe voranschreitet. Wenn Gebäude und andere Infrastruktur durch Orkane und Wirbelstürme von bisher unbekannter Stärke zerstört werden, fragt es sich, wer für die Schäden aufkommt. Und wenn Inseln im Meer versinken oder in weiterlesen…

Interessen contra Energiewende

Deutschland, vor allem dessen gar nicht so „große“ Regierungskoalition, kommt sich zwar ständig als Weltvorbild in Sachen Energiewende vor – angesichts der Umbauprobleme des Energiesystems muss der selbsternannte Klassenprimus „allerdings hoffen, dass das Ausland nicht zu genau hinschaut. Ein genauer Blick könnte nämlich ernüchternd wirken,“ schrieb Fritz Vorholz jüngst auf Zeit-Online. Michael Bauchmüller konstatierte nun in der Süddeutschen Zeitung, Deutschland zeige gerade „der Welt, wie die Energiewende nicht funktionieren wird: indem sie sich über das Ziel im Klaren ist, sich den Weg dorthin aber von allen Interessengruppen verbauen lässt“. Mit großen Klimazielen hantierten die Deutschen schon seit 20 Jahren: 1995 prophezeite Kanzler Kohl bis 2005 ein Viertel weniger Klimagase – Geschichte. 2007 erfand Kohls „Mädchen“ Merkel ein neues Ziel: Bis 2020 40 Prozent weniger CO2 als 1990 – auch das wird nach aktuellen Zahlen Geschichte bleiben. Denn „das Ziel rückt immer weiter in die Ferne,“ so Bauchmüller. Die Kommission zur Beobachtung der Energiewende formulierte gar wenig schmeichelhaft: „Um tatsächlich bei 40 Prozent minus zu landen, müsste sich in den fünf verbleibenden Jahren Gewaltiges tun, das Tempo beim Klimaschutz sich verdreifachen.“ Die gegenwärtige Diskussion um die Energiewende führe aber der Welt vor Augen, wie der Energie-Umbau kein Erfolg wird. „Denn den unbequemen Fragen weicht die Koalition aus“ – sei es dem Braunkohle-Streit („Wer den Deutschen diese Art Energiewende nachmachen will, braucht viel Kleingeld“), der effizienten Gebäudesanierung („Klimapolitik paradox“), den Verkehrs-Emissionen („derweil sogar wieder gestiegen“) – oder dem landwirtschaftliche Treibhausgas-Ausstoß („an die üblen Klimafolgen intensiver Landwirtschaft traut sich diese Regierung so wenig heran wie ihre Vorgänger“). Die Regierung sollte sich die Kommentare von Vorholz und Bauchmüller hinter die Ohren schreiben, sonst bekommt sie sie bald um dieselben geschlagen, und aus dem Klassenprimus wird ein verspotteter Streber – zumal angesichts der Pariser Klimakonferenz, bei der die Erwartungen weit über das realistisch zu Erwartende hinausgehen, siehe oben.
-Gerhard Hofmann- weiterlesen…

Das UBA und die Klimawandel-Skeptiker

Broschüre „Und sie erwärmt sich doch“ nimmt skeptische Thesen zum Klimawandel unter die Lupe

Der anthropogene (durch den Menschen verursachte) Treibhauseffekt ist seit über drei Jahrzehnten zunehmend Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und öffentlicher Diskussionen. Trotz der mittlerweile fundierten wissenschaftlichen Basis melden sich immer wieder Skeptiker zu Wort, die den anthropogenen Treibhauseffekt anzweifeln oder sogar leugnen. Eine Untersuchung des Umweltbundesamtes setzt sich mit der Erscheinung auseinander. weiterlesen…

Böll-Kohle-Atlas jetzt auch auf Englisch

„How we are cooking the climate“

Kohle war das „schwarze Gold“, das die Industrialisierung befeuerte – und wurde so eine zentrale Ursache für den Klimawandel. Der Abschied von der Kohle ist ein Schlüssel für den Übergang in eine postfossile Zukunft. Der Kohleatlas will zum Nachdenken über unser Energiesystem und unseren Rohstoffverbrauch anregen – und damit zum Nachdenken über unsere gesamte Wirtschaftsweise. Jetzt wurde der im Juni publizierte Kohle-Atlas der Heinrich-Böll-Stiftung in Brüssel auf Englisch vorgsetellt. weiterlesen…