2023 stellt die Energiewende auf die Probe

Ist Deutschland auf dem richtigen Weg, um das Ziel von 80 Prozent erneuerbarer Energie im Jahr 2030 zu erreichen?

Deutschland war einmal Vorreiter bei der Entwicklung grüner Technologien. Nach dem anfänglichen Boom verlor die Energiewende Mitte der 2010er Jahre an Glanz. Die Ampel-Regierung versprach, dies zu ändern. Bis 2030 soll das Land 600 Terawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien beziehen, also 80 Prozent seines Gesamtverbrauchs, so der Koalitionsvertrag. Die Gesetze, mit denen der notwendige Ausbau der erneuerbaren Energien erreicht werden sollte, wurden im Jahr 2022 in großer Eile ausgearbeitet. Eine Bestandsaufnahme, die Nikolaus J. Kurmayer am 03.01.2023 für EURACTIV.com verfasst hat. weiterlesen…

Neue Technik könnte Lithium-Ionen-Batterien Schub geben

„Vorlithiierung“ – neuartiges Herstellungsverfahren für einen Silizium-Monoxid-Kohlenstoff-Verbundwerkstoff

Die Suche nach der nächsten Generation von Materialien für Anoden in Lithium-Ionen-Batterien ist noch nicht abgeschlossen. Ein neuartiges Herstellungsverfahren für einen Silizium-Monoxid-Kohlenstoff-Verbundwerkstoff könnte laut Pressedienst der Pekinger Tsinghua University endlich die gewünschte Effizienzsteigerung ohne unerwünschte Nebenreaktionen bringen. Seit den späten 1990er Jahren verwenden die meisten Hersteller von Lithium-Ionen-Batterien Graphit als Batterieanode (der negative Pol, in den der elektrische Strom in die Batterie eintritt) und ersetzen damit die Kokskohle. Die Umstellung von Koks auf Graphit, eine Form von Kohlenstoff, erfolgte aufgrund seiner langfristigen Stabilität über viele Lade- und Entladezyklen hinweg. Ein Artikel, der das jetzt entdeckte neue Verfahren beschreibt, ist am 21.12.2022 im Journal Nano Research der Tsinghua University open access erschienen. weiterlesen…

Mehr Akzeptanz für die Energiewende

Förderung der Bürgerenergie wird ausgebaut

Die Energiewende mit dem erforderlichen Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine Mammutaufgabe, hier braucht es auch den Rückhalt der gesamten Gesellschaft. Daher startete zum 1. Januar 2023 eine Förderrichtlinie „Bürgerenergiegesellschaften bei Windenergie an Land“. Die Veröffentlichung im Bundesanzeiger sei erfolgt, wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klima am 24.12.2022 mitteilte. weiterlesen…

acatech-Position „Holzbasierte Bioökonomie“

Nachhaltig, zirkulär, klimaresilient

Die holzbasierte Bioökonomie kann einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise leisten. Dies erfordert eine systemische Betrachtung, die ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt: Der Wald ist Rohstofflieferant, Erholungsraum und erbringt neben dem Klimaschutz weitere Ökosystemleistungen, ist jedoch vom Klimawandel selbst betroffen. Es gilt Ressourcen zu schonen und effizient zu verwenden, Produkte also möglichst lange, mit hoher Wertschöpfung wiederzuverwerten und mehrfach in Kaskaden zu nutzen. Das Ziel: Wirtschaftswachstum vom Rohstoffverbrauch entkoppeln und zu einer „Circular Economy“ beitragen. Das ist kurzgefasst der Inhalt der neuen acatech-Position „Holzbasierte Bioökonomie“. (Titel: acatech-POSITION Bioökonomie Holz – © acatech) weiterlesen…

Chance im Klimawandel: Sojaanbau in Europa künftig ausweiten

Langfristig immer mehr Ackerflächen geeignet

Der Klimawandel erfordert ein Umdenken hin zu besser an Hitze und Trockenheit angepasste Sorten und Kulturen in der Pflanzenproduktion. Etwa die Sojabohne – sie gedeiht nicht nur unter warmen Bedingungen gut, sondern versorgt sich auch selbst mit dem wichtigen Pflanzennährstoff Stickstoff. Eine am 04.01.2023 vom Müncheberger Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Global Change Biology veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass sich langfristig immer mehr Ackerflächen in Europa für die Sojaproduktion eignen. Dieser Effekt übersteige dabei die Ertragseinbußen, die durch zunehmende Hitze und Trockenheit vor allem in Südeuropa zu erwarten seien. Damit könne die EU zukünftig auf einen großen Teil der Sojaimporte aus Brasilien und den USA verzichten, so die Autorinnen und Autoren der Studie. (Foto: Sojaanbau bei Hockenheim – © AnRo0002 – Eigenes Werk, CC0) weiterlesen…

Alarmierende Abgasmessungen der DUH

Fast jeder zweite Lkw zeigt überhöhte Stickoxidemissionen – immer noch Hinweise auf manipulierte Abgasreinigung

Noch immer überschreiten zahlreiche Lkw im Realbetrieb auf der Autobahn die gesetzlichen Grenzwerte für Stickoxid (NOx). Das zeigen Messungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Das Emissions-Kontroll-Institut (EKI) der DUH hat bei 235 Lkw-Modellen der Abgasstufen Euro V und VI Messungen im Realbetrieb durchgeführt und bei knapp der Hälfte Grenzwertüberschreitungen festgestellt. Bereits vor mehr als drei Jahren hatte die DUH teils massive Grenzwertüberschreitungen nachgewiesen und die Ergebnisse dem Bundesverkehrsministerium sowie dem Bundesamt für Güterverkehr zur Verfügung gestellt. Jetzt sei klar, dass die verantwort­lichen Behörden die damals geforderten Emissionskontrollen und Sanktionierungen nicht umgesetzt hätten, kritisiert die DUH. weiterlesen…

Erderwärmung bedrohlicher als befürchtet

Schmilzt jeder zweite Gletscher weg?

Eisberge, Grönland vor dem Schmelzen - Foto © Gerhard Hofmann für Solarify

Die weltweite Gletscherschmelze ist nicht mehr umzukehren: Mindestens die Hälfte der Gletscher auf der Welt verschwindet bis zum Ende des Jahrhunderts, befürchtet eine Untersuchung von ForscherInnen unter anderem der Universität Innsbruck. Doch noch es gebe Handlungsspielraum. Für die deutschen Gletscher sehen die Autoren jedoch keine Hoffnung. weiterlesen…

BUND-Erfolg: Müllverbrennung wird künftig bepreist

In Deutschland entstehen fast 24 Millionen Tonnen CO2 durch Müllverbrennung – das kostet ab Januar 2024 Geld

Die Emissionen werden dann in die nationale CO2-Bepreisung einbezogen. Dazu hat die Bundesregierung Ende 2022 das Brennstoffemissionshandelsgesetz geändert. Der BUND hat sich dafür in einem Forderungspapier gemeinsam mit anderen Umweltverbänden auf deutscher und europäischer Ebene stark gemacht. weiterlesen…

Weniger Treibhausgase durch Wasserstoffmotoren

DFG-Förderung für Ingenieurwissenschaften

Wasserstoff kann nicht nur in Brennstoffzellen, sondern auch in Motoren CO2-frei zum Antrieb von Fahrzeugen genutzt werden. Wie solche Wasserstoffmotoren gleichmäßig und effizient laufen können, erforschen mehrere Universitäten unter Leitung der UDE in einem Projekt, das sich in seiner zweiten Förderperiode mit der Verwendung von Wasserstoff in Ottomotoren beschäftigt*. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert es mit rund 2,8 Mio. Euro, davon gehen 852.000 Euro an die UDE, wie die Universität Duisburg Essen (UDE) am 04.01.2023 mitteilte. weiterlesen…

Union fragt nach Verbrenner-Aus – „Rückschlag für die Technologieoffenheit“

Förderung von E-Fuels und Biokraftstoffen

Mit etwa 1,9 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transaktionsfonds will die Bundesregierung bis 2026 die Weiterentwicklung von strombasierten Kraftstoffen, sogenannten E-Fuels, und „fortschrittlichen Biokraftstoffen“ fördern. Das geht aus der Antwort (20/5047) auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion zum „Verbrenner-Aus“ (20/4842) hervor. Aufgrund der noch ausstehenden Notifizierung von Fördermaßnahmen durch die Europäische Kommission sei aber eine Aussage über die Mittelbindung im Jahr 2023 noch nicht möglich, heißt es dort. Aktuell weise die Zuwendungsdatenbank unter den Stichworten „Kraftstoff“ und „Fuel“ 426 Förderprojekte aus, die vom Bund mit insgesamt 369 Millionen Euro gefördert würden, schreibt die Bundesregierung. weiterlesen…