Die Tragik des Zeithorizonts

Warum sich die Finanzmärkte bereits heute gegen Risiken des Klimawandels schützen müssen und wie politische Rahmensetzung helfen kann

Germanwatch weist auf eine wichtige Rede aus England hin: Der Klimawandel gefährdet die Stabilität der Finanzmärkte. In welch großem Ausmaß dies jetzt schon absehbar ist, legte Mark Carney – Vorsitzender des Finanzmarktstabilitätsrats der G20 und Gouverneur der Bank of England – in einer Rede vom 29.09.2015 eindrücklich dar. weiterlesen…

Desertec reloaded 1

Neustart im Wüsten-Emirat

„Dubai. Desertec lebt. Treibende Kraft dahinter: RWE.“ – so die Neue Osnabrücker Zeitung am 03.11.2015. „Warum Desertec für RWE doch noch ein Erfolg ist“, titelte Daniel Wetzel am 03.11.2015 in der Welt, und er fuhr fort: „Die Energiewende setzt RWE hart zu. Doch im Ausland schaltet der Konzern schon wieder auf Angriff. Als Sprungbrett in den Nahen Osten dient dabei eine schon verloren geglaubte Idee.“ Gemeint war „Dii“ – die von der Desertec-Stiftung angeschobene und schon totgesagte Wüstenstrom-Initiative soll den von Atomausstieg, absackenden Börsenstrompreisen und Schmäh-Kritik an der Braunkohle-Verstromung heftig gebeutelten Essenern wieder aufhelfen: Denn Deutschlands größtes EVU hatte die Energiewende veschlafen und stur auf Atom und Kohle gesetzt.
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Stimmen zu Kapazitätsreserveverordnung, Strommarkt- und Digitalisierungsgesetz

Kabinett verabschiedet drei Energie-Gesetze – diverses Echo

Das Bundeskabinett hat  am 04.11.2015 drei für die Zukunft der Energiewirtschaft zentrale Regelungen beschlossen: die Kapazitätsreserveverordnung, das Strommarktgesetz und das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. BEE-GF Falk kritisierte unnötig hohe Kosten für Endverbraucher; die ssh auch die neue VKU-Chefin Reiche, forderte jedoch gebetsmühleartig wieder den Kapazitätsmarkt; BSW-Solar-HGF Körnig prophezeite der Bundesregierung, sie werde „ihre EE-Ausbau- und Klimaschutzziele krachend verfehlen“, wenn sie ständig neue ungerechtfertigte Auflagen für den Einsatz der Photovoltaik schaffe. „Mit der heute beschlossenen Energierechtsreform schafft die Bundesregierung die Voraussetzungen für ein Marktmodell mit hoher Flexibilität und optimaler Einbindung der erneuerbaren Energien“, erklärte Minister Gabriel in einer Pressekonferenz. weiterlesen…

Klimaziele reichen nicht aus – Studie zu Loss & Damages

Brot für die Welt und Germanwatch fordern regelmäßige Nachbesserung der Ziele sowie Engagement gegen klimawandelbedingte Schäden

Zwiespältig fällt die Bewertung von Brot für die Welt und Germanwatch zur Zusammenfassung der Klimaschutzbeiträge der Staaten (INDC-Bericht) für den Pariser Klimagipfel aus: Die Richtung stimmt, doch das Ziel ist noch lange nicht erreicht. Brot für die Welt, Germanwatch und ACT Alliance stellten am 03.11.2015 eine gemeinsame Studie vor, die aufzeigt, wie die Klimarisikolücke in den nächsten Jahren wächst und was ein Loss & Damage-Ergebnis in Paris zur Lösung des Problems beitragen kann. weiterlesen…

Die Kleinen melden sich kurz vor dem Ertrinken

COP21-Verhandlungen: Zwei-Grad-Grenze reicht Inselstaaten nicht aus

„Schockierende Nachrichten“ – schreibt das Kampagnenportal Avaaz: „An den Klimaverhandlungen in Paris werden unzählige Lobbyisten für fossile Brennstoffe teilnehmen, während sich kleine Inselstaaten, die wegen des Klimawandels zu versinken drohen, grade einmal eine Handvoll Delegierte leisten können.“ In der Tat: „Die internationalen Verhandlungen vor der 21. UN-Klimakonferenz stocken. Doch jetzt treten die kleinen Inselstaaten nach vorne, die um ihre Existenz bangen. Sie kämpfen für ein ehrgeiziges Klimaabkommen,“ berichtet EurActiv Frankreich. weiterlesen…

Vattenfall wirft Greenpeace raus

Bieterverfahren für Braunkohlesparte

Minus zwei Milliarden Euro ist das Braunkohlegeschäft von Vattenfall laut Greenpeace wert. Also dachten sich die Umweltschützer, die Sparte zu übernehmen und dazu noch Geld als Mitgift einzusacken. Doch die Schweden machen nicht mit. Und sprechen von einem „PR-Gag“. Folglich ist Greenpeace aus dem Bieterverfahren für die deutsche Vattenfall-Braunkohle ausgeschlossen worden. Die mit dem Verkauf beauftragte US-Bank Citigroup habe dies damit begründet, dass Greenpeace nicht wirklich beabsichtige, als Bieter aufzutreten. Ähnlich äußerte sich ein Vattenfall-Sprecher, berichtet der ARD-Korrespondent in Stockholm, Carsten Vick: Bei dem Konzern hieß es, man habe das Angebot „nie wirklich ernst genommen und eher als einen PR-Gag angesehen“. weiterlesen…

Afrika 2030 mit 4x so viel EE

Neuer IRENA-Bericht

Der afrikanische Kontinent könnte bis 2030 fast ein Viertel seines Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien decken, heißt es im neuen Bericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA). Laut „Africa 2030 – a comprehensive roadmap for Africa’s energy transition” könnten dann mit einer Kombination moderner EE-Technologien realistisch 22 Prozent des afrikanischen Energiebedarfs gedeckt werden. Das wäre mehr als das Vierfache im Vergleich zu 2013 (5%). Der Ausbau erneuerbarer Energien in Afrika sei außerdem eine erschwingliche Möglichkeit, den rasch wachsenden Energiebedarf zu bedienen und den Zugang zu einer Energieversorgung zu verbessern. weiterlesen…

Rekordeinspeisung der EE in Sicht

Anteil steigt 2015 voraussichtlich auf 33 Prozent

Die Erneuerbaren Energien werden 2015 voraussichtlich rund 33 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland decken. Zu diesem Ergebnis kommen das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer ersten Schätzung. Demnach könnten rund 193 Mrd. kWh Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen bis zum Jahresende erzeugt werden. Das ist rund ein Fünftel mehr als im Vorjahr: 2014 lag der Anteil der Erneuerbaren Energien mit 161 Mrd. kWh noch bei rund 27 Prozent des Bruttostromverbrauchs. weiterlesen…

„Selbstverbrennung“: Schellnhubers Blick aufs Ganze

Selbstverbrennung: Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff

„Von Pioniertagen in Baracken bis zum Papst im Vatikan, von den ersten Gleichungen zu den modernsten Computersimulationen – der Physiker und Politikberater Hans Joachim Schellnhuber erkundet seit drei Jahrzehnten das Menschheitsproblem Klimawandel. Forschungsbilanz, Lebensbericht, Ökomanifest: all das ist sein jetzt erscheinendes großes Buch zur Klimakrise“ – so eine Pressemittreilung aus Schellnhubers Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK-Potsdam). Als Gründer des PIK, das er bis heute leitet, habe Schellhuber Hunderte wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlicht und „Ideen wie die heute international anerkannte Zwei-Grad-Grenze globaler Erwärmung geprägt“*). Wenige Wochen vor dem Weltklimagipfel von Paris richte sich sein Buch nun aber an eine breite Öffentlichkeit. weiterlesen…