Wasserstoff aus Klärschlamm?

100 kg H2 aus einer Tonne Biomasse

Am Fraunhofer ISI sowie an der TH Bingen haben zwei Wissenschaftler den mittels einer Testanlage auf Basis einer hybriden Reformierungstechnologie entwickelten BHYO-Prozess verfahrenstechnisch begutachtet und auf Möglichkeiten zur energietechnischen Systemintegration geprüft. Mit dem Verfahren lassen sich aus einer Tonne Biomasse bis zu 100 Kilogramm Wasserstoff herstellen – aus Abfällen aus der Landschaftspflege, dem Inhalt brauner Tonnen oder sogar aus kommunalem Klärschlamm. Ein Gutachten bescheinigte dem Prozess einen sehr guter Kaltgaswirkungsgrad. weiterlesen…

Klimaziel erreichbar mit nur 20 Prozent mehr Windgeneratoren

Neue Generation erzeugt zehnmal mehr Strom

Die Hochwasser-Katastrophe in Teilen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Sachsen hat bundesweit zu einer Debatte über schnellere Klimaschutz-Maßnahmen geführt. Im Gespräch ist nicht nur ein vorzeitiger Ausstieg aus der Kohleverstromung, sondern auch die notwendige Steigerung beim Bau neuer Windgeneratoren. Am 02.08.2021 wies der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) auf die Ergebnisse einer Untersuchung, die er im vergangenen Spätherbst über die energiewirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Generation von Windturbinen veröffentlicht hat, derzufolge nur ein Fünftel zusätzlicher Windgeneratoren neu gebaut werden müssen, um das Klimaziel zu erreichen. weiterlesen…

Moleküle in kollektiver Ekstase

Empa: Zehnfach effizientere chemische Lichtverstärker als bisher

Wenn sich fluoreszierende Farbstoffmoleküle perfekt aneinanderschmiegen, entsteht etwas völlig Neues – so Rainer Klose auf der Internetseite der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa): Ein über viele Moleküle verteilter angeregter Zustand. Solche „kollektiven Anregungen“ lassen sich vielfältig nutzen – etwa für organische Solarpanels, in Sensoren, für ultraschnelle Datenübertragung oder in der Mikroskopie. Empa-Forschern ist es gemeinsam mit Kollegen der ETH Zürich, der EPFL, des Paul Scherrer Instituts (PSI) und der IBM Research Zürich gelungen, solche chemischen Lichtverstärker zehnfach effizienter zu machen als bisher. (Grafik: Farbstoffmoleküle an den Phasengrenzen einer bikontinuierlichen Emulsion – Illustration © Empa) weiterlesen…

Messdaten-Pool für realistische Vorhersagen des Energieertrags von Offshore-Windparks

Messung von Windparkeffekten über der Nordsee mit zwei Flugzeugen

Für das Projekt X-Wakes (dt. „Wirbelschleppen“) sind bei einer Messkampagne in diesem Sommer zwei Flugzeuge im Einsatz, um die räumliche Verteilung und die Erholung des Windfeldes vor und hinter Offshore-Windparks zu untersuchen. Für das Projekt wird ein umfangreicher Datensatz erhoben, um die Windverhältnisse über der Nordsee und die Wechselwirkung von Windparks und Atmosphäre zu analysieren. Für die letzten Messflüge im Projekt kommen dabei sogar erstmalig zeitgleich zwei Forschungsflugzeuge der Technischen Universität Braunschweig zum Einsatz – so eine Medienmitteilung der TU. (Foto: Die Forschungsflugzeuge der TU Braunschweig – © Astrid Lampert) weiterlesen…

Nach der Flut: Klimaneutraler Wiederaufbau

Nach Hochwasser Häuser, Heizungen und Wärmenetze im Einklang mit Klimaschutz sanieren

Die verheerenden Hochwasser haben die Gebäude und die Infrastruktur in den Überschwemmungsgebieten in West- und Süddeutschland stark in Mitleidenschaft gezogen. Häuser und Versorgungsleitungen wurden teilweise völlig zerstört. Die Fluten haben deutlich gemacht, wie wichtig es ist, beim Wiederaufbau nun neben der notwendigen Maßnahmen im Hochwasserschutz auch den Klimaschutz im Rahmen der vereinbarten Klimaziele zu berücksichtigen – schreiben Barbara Saerbeck und Patrick Graichen im Blog von Agora Energiewende. (Foto: Überschwemmung der Ahr in Marienthal bei Dernau, Bad Neuenahr-Ahrweiler – © mit freundlicher Genehmigung HwK Koblenz). weiterlesen…

Energiewende für den Süden riskanter als für den Norden

Risiken einer ungleichmäßigen Energiewende

Ungleiche Übergangsmuster in der Energiewende erhöhen das Risiko wirtschaftlicher Instabilität und verringern die Wettbewerbsfähigkeit der „späten Dekarbonisierer“. Zu diesem Schluss gelangen die Doktorandin Laima Eicke und Prof. Andreas Goldthau von der Willy Brandt School of Public Policy an der Universität Erfurt in einem am 02.08.2021 in Environmental Science & Policy veröffentlichten Artikel über die Bedeutung des relativen Timings von Energiewendeprozessen und die Auswirkungen einer globalen Kluft zwischen Vorreitern und Nachzüglern der Energiewende. weiterlesen…

Automatisierte chemische Synthese

Zuverlässige Herstellung und zügiger Erkenntnisgewinn

Eine der modernsten Infrastrukturen zur automatischen Prozessführung in der Chemie baut das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gemeinsam mit der BASF SE auf: Die Anlage wird zunächst neue Substanzen parallelisiert für Anwendungen in Bereichen von Biologie bis Materialwissenschaften herstellen. Langfristig wird die Anlage auch ein Hochdurchsatzverfahren für chemische Reaktionen ermöglichen. In dieses Projekt investiert das KIT rund vier Millionen Euro. Die Anlage ist in der Karlsruhe Nano Micro Facility (KNMFi) angesiedelt und wird internen sowie externen Forschenden offenstehen. (Foto: Automatisierte Anlage zur Herstellung neuer Materialien durch Kombination aus etabliertem Equipment und Open-Hardware-Komponenten – © Patrick Hodapp, KIT) weiterlesen…

Warnung vor „Net Zero“

Vorsicht, wenn globale Öl- und Gasriesen das Klimaziel „Netto-Null 2050“ beschließen

„Net Zero 2050“ war in diesem Jahr das große Thema in der Klimapolitik im Vorfeld des globalen Politikforums in Glasgow. Analysen zeigen jedoch, dass „Net Zero 2050“-Strategien viele Jahrzehnte der unnötigen Nutzung fossiler Brennstoffe bis weit über das Jahr 2050 hinaus festschreiben werden, mit einem nicht nachhaltigen Wirtschaftspfad, gefährlichen „Ausgleichs“-Kompromissen und inakzeptablen Risiken einer unaufhaltsamen Klimaerwärmung, schreiben David Spratt und Ian Dunlop vom National Centre for Climate Restoration (Breakthrough), einer unabhängigen australischen Denkfabrik. Mit diesen Thesen haben sie sich bereits im April zu Wort gemeldet (Siehe: solarify.eu/co2-budget-eine-schimaere). weiterlesen…

Aiwanger legt Grundstein für neues Gaskraftwerk Irsching 6

„Erstes Großkraftwerk allein für Netzstabilisierung“

Der bayerische Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger hat am 28.07.2021 offiziell den Grundstein für das neue Gaskraftwerk Irsching 6 bei Ingolstadt gelegt. Das Kraftwerk mit 300 Megawatt Leistung wird von Uniper gebaut und später auch betrieben werden. Es wird ausschließlich als Sicherheitspuffer für die Stromversorgung dienen. Damit wird die Anlage nicht dem Markt zur Verfügung stehen, sondern nur in Notsituationen kurzfristig einspringen, wenn die Systemsicherheit gefährdet ist. Uniper erhielt Ende 2018 den Zuschlag für Bau und Betrieb. Die Inbetriebnahme von Block 6 ist für Oktober 2022 geplant. (Foto: Uniper-Gaskraftwerk_Irsching Mai 2020 – © Ma. Gr. 1234 – Eig. Werk, CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org) weiterlesen…