Prognos-Studie: Energiewende lahmt immer noch

10. Monitoring der Energiewende

Es gibt in Deutschland noch Nachholbedarf beim Ausbau der Stromnetze und bei der Reduzierung des Verbrauchs. Zu diesem Schluss kommt das Schweizer Prognos-Institut. Das im Herbst 2010 verabschiedete Energiekonzept der Bundesregierung definiert quantitative Zielgrößen, um langfristig eine sichere, wirtschaftliche sowie umwelt- und klimaverträgliche Energieversorgung in Deutschland zu erreichen.PV und Wind bei Bitterfeld - Foto © Gerhard Hofmann für SolarifyDas Konzept baut vor allem auf eine erhöhte Energieproduktivität sowie den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die ursprünglichen Ziele wurden seitdem mehrfach geändert bzw. verschärft. Seit 2012 bewertet Prognos im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) jährlich, inwieweit die gesetzten Ziele erreicht wurden. Die nun vorliegende 10. Fassung dieses Monitorings bewertet die Situation im Jahr 2020. weiterlesen…

Wissenschaftler reduzieren Widerstand von Festkörperbatterien durch Erhitzen

Rolle des Glühens bei Verbesserung der Leistung von All-Solid-State-Lithiumbatterien

Festkörperbatterien sind nun einen Schritt näher daran, das Kraftwerk der Elektronik der nächsten Generation zu werden, da Forscher der Tokyo Tech, der AIST und der Yamagata University eine Strategie zur Wiederherstellung ihres geringen elektrischen Widerstands vorstellten. Außerdem erforschen sie den zugrundeliegenden Reduktionsmechanismus und ebnen damit den Weg für ein grundlegenderes Verständnis der Funktionsweise von Festkörperbatterien. weiterlesen…

Ozeanbatterie im Versorgungsmaßstab

Partner für schwimmende PV-Anlagen

Das niederländische Unternehmen Ocean Grazer hat eine Unterwasser-Batteriespeichertechnologie entwickelt, um das Problem der Langzeitspeicherung auf See zu lösen. Die Ozeanbatterie des Unternehmens wird nach Angaben des Portals pv magazine am 12.01.2022 „als innovativ und doch einfach angepriesen, sie basiert auf bestehender Technologie und ist in der Lage, das Meeresleben zu verbessern“. Die Ocean Battery basiert auf der Technologie von Staudämmen, die direkt an der Quelle der Stromerzeugung eingesetzt werden können. (Bild: Unterirdische Ocean-Battery Ausschnitt – © m. frdl. Genehmigung Ocean Grazer) weiterlesen…

Bayerische Wirtschaft fordert Abschaffung der 10H-Regel

vbw setzt CSU unter Druck: „Besorgniserregend“

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) fordert die Abschaffung der 10H-Abstandsregel für Windräder in Bayern. „Wir müssen leider feststellen, dass die 10H-Regelung ein Fehlschlag war, also brauchen wir sie auch nicht mehr“, sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt am 13.01.2022. Laut Energiewende-Monitoring der vbw hängt die Energiewende in Bayern ebenso wie in ganz Deutschland in mehreren Bereichen hinter den politischen Zielen zurück, insbesondere beim Netzausbau. Die vbw pflegt traditionell enge Beziehungen zur CSU, Brossardt nennt den einstigen Wirtschaftsminister Otto Wiesheu seinen „Ziehvater“. CSU-Generalsekretär Markus Blume hatte seinerseits erst am Vortag betont, dass an der 10H-Regel nicht gerüttelt werden solle. weiterlesen…

IEA: 2021 größter Strom-Verbrauchanstieg aller Zeiten

Steigende Nachfrage setzt Energiesysteme weltweit unter Druck

Die weltweite Stromnachfrage ist im vergangenen Jahr stark angestiegen. Dies habe zu Spannungen auf wichtigen Märkten geführt und die Preise auf ein nie dagewesenes Niveau getrieben. Das teilt die IEA am 14.01.2022 in ihrem halbjährlichen Electricity Market Report mit. Entsprechend hätten auch die Emissionen des Energiesektors ein Rekordhoch erreicht. In der Ausgabe des halbjährlichen IEA-Strommarktberichts vom Januar 2022 wird der außergewöhnliche Anstieg der Stromnachfrage analysiert. Dabei werden die wichtigsten Faktoren für das Wachstum und die Reaktion der verschiedenen Erzeugungsquellen sowie die Auswirkungen auf die Strommärkte, Preise und Treibhausgasemissionen untersucht. weiterlesen…

Mit KI Windenergie schneller ausbauen

Forschungsprojekt „WindGISKI“

„Den Ausbau der Erneuerbaren Energien drastisch zu beschleunigen“ haben SPD, Grüne und FDP im Koalitionsvertrag vereinbart. Viele Windenergie-Ausbauprojekte werden allerdings durch Klagen aus der Bevölkerung verzögert oder gar gestoppt. Damit weniger Projekte scheitern, soll im Forschungsprojekt „WindGISKI“ auf Basis umfangreicher demografischer und soziologischer Daten ein Geoinformationssystem entwickelt werden, das mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz die Erfolgsaussichten vorhersagt. weiterlesen…

Mehr als 220.000 Unterschriften gegen Taxonomie

NGO-Bündnis bringt Appell gegen EU-Pläne zum Bundeskanzleramt

Mehr als 220.000 haben innerhalb von vier Tagen den Eil-Appell “Nein zu Atom und Gas” unterschrieben. Sie sprechen sich damit gegen die Pläne der EU-Kommission aus, Atomenergie und Erdgas in die Liste der nachhaltigen Wirtschaftsaktivitäten aufzunehmen. Die Bündnispartner BUND, Campact, Deutsche Umwelthilfe, Bürgerbewegung Finanzwende, Greenpeace, IPPNW, NABU, Umweltinstitut München und Uranium Network verwiesen am 11.01.2022 mit einer Aktion vor dem Bundeskanzleramt auf das eindrucksvolle Votum. Sie dringen einer Medienmitteilung zufolge darauf, dass die Ampel-Regierung nicht nur im Ministerrat die EU-Pläne ablehnt, sondern auch notfalls gegen sie vor den Europäischen Gerichtshof zieht. (Foto: Anti-Taxonomie-Protest – Foto © Paul Lovis Wagner Campact, CC BY-NC 2.0) weiterlesen…

Taxonomie: Greenwashing für Atomkraft und Gas – na und?

Kommentar von Harald Schumann
mit freundlicher Genehmigung

Was für ein Bohei! Auf Druck der französischen Regierung und einiger osteuropäischer Länder will die EU-Kommission die Stromerzeugung aus Atom- und Gaskraftwerken als „nachhaltig“ einstufen. NGOs und Klimaaktivisten sind empört. Die Kritik ist berechtigt. Aber die Aufregung steht in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Bedeutung des Vorhabens. Das Vorhaben unter dem Rubrum „Taxonomie“ sei eine „Lizenz zum Greenwashing“, empört sich Greenpeace. Das grüne Etiketts für die Technologien von gestern sei eine „Provokation“, ärgert sich Luxemburgs Umweltminister Claude Turmes. Die deutschen Regierungsparteien treibt das Vorhaben in ihren ersten Streit und Österreichs Regierung will sogar Klage beim Europäischen Gerichtshof einreichen (s. auch Randnotiz re.). weiterlesen…

„Greenflation“ bedroht Energiewende

CO2-Neutralität verteuert Rohstoffe

Eine „verhängnisvolle Paradoxie der Klimapolitik“ beschreibt Matthias Koch am 09.01.2022 im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) – die „Greenflation“: „Je erfolgreicher die Klimaschützer im Bemühen sind, möglichst viele Staaten und Unternehmen in Richtung einer CO2-freien Wirtschaft zu schubsen, umso mehr treiben sie damit die Preise nach oben“. Vor allem soziale Folgen für Geringverdienende befürchten Wirtschaftsforscher wie Rudolf Hickel im Gespräch mit dem RND: „Die Greenflation kann noch erhebliche Probleme aufwerfen.“ Den Chef der Kölner IW-Consult, Karl Lichtblau, beunruhigt eine Tendenz, die nicht nur den einen oder anderen, sondern 22 Rohstoffe gleichzeitig betreffe. Und Ruchir Sharma, Chief Global Strategist bei Morgan Stanley, befürchtet gegenüber dem RND gar ein „Entgleisen der Klimapolitik“. (Foto: Panorama der Kupfermine Chuquicamata – © Berg2 – Eig. Werk, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0) weiterlesen…

Der Elefant im Raum

Kontroverse um Sicherheit der Schweizer Atomkraftwerke
Von Fabian Lüscher, Schweizer Energiestiftung

Obwohl 2024 die geplante Laufzeit des AKW Leibstadt (Kanton Aargau, Schweiz) endet, soll es nicht abgeschaltet werden. In der Schweiz fehlt sowohl ein Plan zur Stilllegung der bestehenden Reaktoren als auch ein wirksames Konzept für den Umgang mit Sicherheitsmängeln im Langzeitbetrieb. Leibstadt wurde für eine Laufzeit von 40 Jahren konstruiert und ging 1984 in Betrieb. Knapp vier Jahrzehnte später steht die Anlage eigentlich vor ihrem bestimmungsgemäßen Ende. Eigentlich – denn statt die Stilllegung zu planen und den Rückbau vorzubereiten, rüstet man am Hochrhein auf. (Foto: AKW Leibstadt – © Wladyslaw Sojka – Eig. Werk, FAL, commons.wikimedia.orgartlibre.org) weiterlesen…