„Alles fließt“ im Ökosystem

Erstmals bis zu zehntausend verschiedene Moleküle im Boden aufgelöster Verbindungen in einer Wasserprobe erfasst

Ein Wissenschaftlerteam, geleitet vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie (BGC) in Jena, ist den Geheimnissen der im Boden gelösten organischen Verbindungen ein großes Stück näher gekommen. Die in Nature Geoscience aktuell veröffentlichte Studie zeigt laut einer Medienmitteilung des BGC vom 05.08.2019, dass die gelösten Moleküle nicht etwa stabile Abbauprodukte darstellen. Sie werden vielmehr als kontinuierliche Zwischenprodukte verschiedenster mikrobieller Auf- und Abbauaktivitäten gebildet, während sie mit dem Wasser den Boden passieren. Die organischen Moleküle geben daher Aufschluss über Umweltveränderungen, biogeochemische Vorgänge im Boden und den Zustand ganzer Ökosysteme. weiterlesen…

Carbon2Chem: Methanol-Pilotanlage in Betrieb

Hüttengas als Rohstoff

Hüttengas aus der Stahlproduktion als Rohstoffquelle für die chemische Industrie erschließen: Das ist Ziel des vom BMBF geförderten Verbundprojekts Carbon2Chem® (siehe: solarify.eu/carbon2chem und solarify.eu/co2-als-rohstoff-carbon2chem-als-technologie-brueller). Eines der potenziellen Produkte ist Methanol, das vielseitig als Basischemikalie oder synthetischer Kraftstoff einsetzbar ist. Im September 2018 wurde erstmals Methanol aus Hüttengasen im Technikum am Stahlwerk Duisburg erzeugt (solarify.eu/carbon2chem-startet-in-die-praxis). Was im Labormaßstab gelang, wird für die großtechnische Umsetzung vorbereitet: Seit Juli 2019 ist laut einer Medienmitteilung aus dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT vom 31.07.2019 am Carbon2Chem®-Labor in Oberhausen eine Pilotanlage in Betrieb (veröffentlicht am 07.08.2019 in Springer Professional). Ab 2020 soll sie in Duisburg bis zu 75 Liter Rohmethanol am Tag aus Hüttengasen des dortigen Stahlwerks produzieren. weiterlesen…

Bakterien verwerten CO2

DLF: Erfolge der Synthetischen Biologie

Zwei wissenschaftliche Erfolge im Kampf gegen den Klimawandel: Im Deutschlandfunk beschrieb Hellmuth Nordwig, wie taiwanesische Forscher künstlich erzeugte Bakterien indirekt Kohlendioxid verwerten lassen; sie wandeln CO2 hergestellte Ameisensäure in Energieträger um. Am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam-Golm hat Arren Bar-Even gewöhnlichen Colibakterien beigebracht, was sonst nur die wenigsten Einzeller können: nämlich von direkt aus CO2 produzierter Ameisensäure zu leben. Aus Sicht der Wissenschaftler könnte beides langfristig helfen, den Klimawandel zu bremsen. Ein deutsches Unternehmen (Electrochaea) produziert mit bakterieller Hilfe Methan. weiterlesen…

Mehr als nur Lippenbekenntnisse?

Wie ernst nimmt die Bundesregierung die Klimapolitik wirklich?

Tatsächlich ist die Koalition mittlerweile kaum wiederzuerkennen. Die SPD verfasst eilig einen Zehn-Punkte-Plan für mehr Klimaschutz, die CDU setzt eine Arbeitsgruppe gegen das Pillepalle von gestern ein, in der CSU schwingt sich Parteichef Markus Söder zum Vorkämpfer für den Klimaschutz auf. Ein eigenes Klimakabinett ist eingesetzt, es soll bis zum 20. September das erste bundesdeutsche Klimaschutzgesetz auf die Beine stellen. Bei einem Preis auf klimaschädliche Emissionen von Verkehr und Gebäuden geht es plötzlich nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie. Was für ein Wandel. weiterlesen…

Geplatzte Hoffnung

Keine Chance für Meeres-entlastende Plastik-Zersetzung durch Bakterien

„Nein, sie werden uns bei diesem Umweltproblem nicht helfen: Bakterien sind definitiv nicht in der Lage, in die Meeresumwelt geratenes Plastik zu zersetzen und sie werden diese Fähigkeit voraussichtlich auch nicht evolutionär erwerben“. Zu diesem Schluss kommen die IOW-Mikrobiologen Sonja Oberbeckmann und Matthias Labrenz in einer groß angelegten Übersichtsstudie über Biofilme auf Mikroplastik. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Annual Review of Marine Science veröffentlicht. weiterlesen…

Schon bald in produktionsnahem Maßstab skalierbar?

ECO COM’BAT eröffnet neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von Hochvoltbatterien

Die Elektromobilität stellt hohe Anforderungen an neue Hochleistungsbatterien – Reichweite, Lebensdauer, Sicherheit oder Ladezeiten, um nur einige zu nennen. Die eigentliche Herausforderung ist der Ressourcenbedarf für eine wachsende Anzahl großer Lithium-basierter Autobatterien. Zehn Partner aus Industrie und Forschung hatten sich deshalb im EU-finanzierten Projekt ECO COM’BAT zusammengeschlossen, um eine nachhaltige nächste Generation von Hochvolt-Lithium-Ionen-Batterien zu entwickeln und das – wie die Presseabteilung des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC am 31.07.2019 mitteilte – mit Erfolg. weiterlesen…

acatech: Forschungsbeirat Industrie 4.0

Strategische und unabhängige Beratung

Auf Empfehlung der Forschungsunion wurden durch das Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ die Perspektiven für den Produktionsstandort Deutschland aufgezeigt. In der am 13.04.2015 von BMWi und BMBF gegründeten Plattform Industrie 4.0 (solarify.eu/plattform-industrie-4-0-offiziell-gegruendet) sollen diese Handlungsoptionen umgesetzt werden. Um die wissenschaftliche Qualität der Arbeit der Plattform zu sichern, wurde unter Federführung von acatech der „Forschungsbeirat“ (bis April 2018: „Wissenschaftlicher Beirat Industrie 4.0“) einberufen. Im Forschungsbeirat der Plattform Industrie 4.0 kommen 19 Vertreter aus der Wissenschaft und 12 Repräsentanten aus der Wirtschaft zusammen, um die Plattform Industrie 4.0, ihre Arbeitsgruppen und die Bundesministerien unabhängig zu beraten. weiterlesen…

Wo bleibt der Sauerstoff?

CEC: Photokatalytische CO2-Reduktion unter der Lupe

In den vergangenen Jahrzehnten hat die photokatalytische CO2-Reduktion im Rahmen der Erforschung alternativer erneuerbarer Energiequellen und bei der Suche nach Lösungen für die steigenden CO2-Emissionen viel Aufmerksamkeit erregt. Ein wichtiges, bisher ungeklärtes Phänomen in grundlegenden Studien an einer der bekanntesten Reaktionen – der photokatalytischen Konversion von CO2 mit H2O zu CH4 auf TiO2-Photokatalysatoren – ist, dass zumeist kein gasförmiger Sauerstoff unter den entstehenden Produkten zu finden ist, obwohl die Freisetzung von Sauerstoff bei einer Umsetzung von Kohlendioxid zu Methan zu erwarten wäre. Ein Team des Max-Planck-Instituts für Chemische Energiekonversion (CEC) in Mülheim an der Ruhr um Robert Schlögl hat dieses Phänomen jetzt geklärt. Das Ergebnis ihrer Arbeit wurde am in der Zeitschrift Physical Chemistry Chemical Physics publiziert. weiterlesen…

„Bundesregierung droht Klimaziele 2030 zu verfehlen“

DUH kritisiert NECP-Entwurf als politische Bankrotterklärung

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert mit ihrer heute eingereichten Stellungnahme zum Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) den klimapolitischen Stillstand der Bundesregierung. Im derzeitigen Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums würden die Klimaziele für 2030 deutlich verfehlt. Laut DUH versäumt es die Bundesregierung erneut, ausreichende Maßnahmen für den Klimaschutz vorzulegen. weiterlesen…

FAZ und FAS sensationslüstern

Kostete Rekordsommer 2018 zehntausend das Leben?

Im Hitzesommer 2018 „könnten“ in Deutschland laut Experten Tausende von Menschen an verschiedenen Folgen der Hitze gestorben. Immerhin waren die Monate zwischen April und August die heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen. Doch die Zuordnung, wie sie FAZ und FAS „exklusiv“ unter Berufung auf erste Zahlen des Statistischen Bundesamtes vornehmen („zeigen, dass in den besonders heißen Monaten Juli und August die Sterblichkeit hochschnellte – manche Fachleute sprechen von etwa zehntausend zusätzlichen Hitzetoten“), ist problematisch; denn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kennt eine Menge möglicher Schädigungen durch Hitze und/oder Sonnenlicht: Hitzschlag und Sonnenstich, Hitzesynkope, Hitzekollaps und Hitzekrampf, schließlich Hitzeerschöpfung durch Salz- und Wasserverlust und noch andere Ursachen. weiterlesen…