Kaputte AKW plus Dürre

Deutsche PV-Anlagen hängen Frankreichs Atommeiler ab

Am nördlichen Kühlturm das französischen Atomkraftwerks Cruas (Rhone) prangt ein merkwürdiges Gemälde: Der wallonisch-französische Maler Jean-Marie Pierret hat es 1991 auf Beschluss von EDF, Framatome und des Conseil général de l’Ardèche von neun Bergsteigern in drei Monaten malen lassen. Die 155 m hohe und 12.500 m² umfassende Lüftelmalerei mit dem Titel „Aquarius“ verschlang 4.000 Liter Farbe, etwa 8.000 Arbeitsstunden wurde gepinselt. Das Bild zum Thema „Ökologie“ zeigt ein Kind, das aus einer Muschel Wasser auf eine Glaspyramide gießt, und soll die Bedeutung von Luft und Wasser symbolisieren. Der Figaro kommentierte trocken: „Eine schöne Arbeit für das Image von EdF“ (siehe: spiegel.de/jean-marie-pierret). Die Imagepflege hat die EDF momentan dringend nötig: Die Hälfte der 56 französischen Akw ist vom Netz – Gründe: Wartungsarbeiten und technische Probleme. weiterlesen…

Wärmepumpen-Revolution für Deutschland

Wärmepumpen als Schlüssel zur Klimaneutralität in Gebäuden

Ab 2024 soll jede neu eingebaute Heizung auf der Basis von 65 Prozent Erneuerbarer Energien betrieben werden – so hat es die Ampel-Koalition im März 2022 vereinbart. Was sind die drängendsten To-Dos der Bundesregierung, um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen? Wie der Markthochlauf gelingen kann, zeigen Alexandra Langenheld und Simon Müller in ihrem Blog von Agora-Energiewende auf. weiterlesen…

Ab 2023 CO2-Bepreisung auf Müllverbrennung

Abfall wird teurer

Das Bundeskabinett hat am 13.07.2022 die Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes beschlossen, demnach soll auch für Abfallverbrennung CO2-Gebühren erhoben werden. Kohle- und Abfallbrennstoffe werden einbezogen. VKU-Hauptgeschäftsführer Liebing kritisierte den Gesetzentwurf scharf: „Mit Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass in der aktuellen Krisensituation eine CO2-Bepreisung auf Müllverbrennung beschlossen wird, obwohl damit keine klimapolitische Lenkungswirkung wie beispielsweise in der Energiewirtschaft erzielt werden kann.“ weiterlesen…

Adé, EEG-Umlage

Wirksames Instrument verabschiedet sich zur richtigen Zeit

Mit dem Wegfall der EEG-Umlage zum 01. Juli ging die Geschichte des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Deutschland in eine neue Phase. Die Streichung der Abgabe von 3,7 ct/kWh Strom (inkl. Mehrwertsteuer sind es sogar 4,4 ct/kWh), von der natürlich auch naturstrom-Kunden profitieren, und die entsprechende Entlastung der Bürger ist in Zeiten turbulenter Energiepreise zweifellos zu begrüßen. Doch ihr vorgezogenes Ende sollte nicht darüber hinwegtäuschen, welche Bedeutung der Umlage in den Jahren seit ihrer Einführung zugewachsen ist. Zeit für einen kurzen Rückblick auf ein oft kritisiertes, aber doch wegweisendes Stück deutscher Energiegesetzgebung – schreibt am 04.07.2022 auf dem naturstrom-Blog. weiterlesen…

Gaskrise contra Kohleausstieg

Verringerung der Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen verzögert Energiewendepläne

Die Bestrebungen der EU, infolge des Ukraine-Krieges ihre Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen zu verringern, haben die Pläne der EU-Mitglieder vorerst durchkreuzt, aus der Kohleverstromung auszusteigen, schreiben Aneta Zachová, Bartosz Sieniawski, Nikolaus J. Kurmayer, Sebastijan R. Maček und Sofia Stuart Leeson am 12.07.2022 auf EURACTIV.de. Vielmehr müssen sie nun als Reaktion auf den Anstieg der Gaspreise und die russischen Gaskürzungen vielmehr einen Anstieg der Produktion und der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen hinnehmen. weiterlesen…

1 Mio. für Arbeiten zur künstlichen Photosynthese

Marburger Max-Planck-Forscher erhält Merck Future Insight Preis

Tobias Erb, Direktor und Leiter der Abteilung „Biochemie und Synthetischer Metabolismus“ am Marburger Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie, empfängt einer Mitteilung auf der MPI-Webseite vom 13.07.2022 zufolge den mit 1 Million Euro dotierten „Merck Future Insight Prize“ für seine Arbeiten, die den Weg zu einer nachhaltigeren Fixierung des Treibhausgases CO2 ebnen – hin zu einer künstlichen Photosynthese. Sie soll in Zukunft Einzug in Bioreaktoren halten, um CO2 nachhaltig als Wertstoff zu nutzen oder sogar der Außenluft entziehen zu können (negative Emissionen). (Foto: Tobias J. Erb – © Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie, Chris Kettner) weiterlesen…

Sofortprogramme zur Einhaltung der Klimaziele – gleichzeitig Reaktivierung von Kohle und Öl

Ministerien präsentieren Klimaschutz-Nachbesserungen

Deutschland verfehlt erneut das schon für 2020 gesetzte Ziel von 40 Prozent weniger Treibhausgas-Ausstoß im Vergleich zu 1990. Daher haben die Ministerien für Bau, Wirtschaft und Verkehr am 13.07.2022 ein Sofortprogramm vorgelegt: Keine neuen Gasheizungen ab 2024, neue Bundesgelder für Sanierung und Neubau, klimafreundliche Fernwärme und mehr Ladesäulen Das Programm soll dafür sorgen, dass im Gebäude- und Verkehrsbereich weniger Treibhausgase ausgestoßen werden. Die Emissionen sanken im langfristigen Vergleich lediglich um 38,7 Prozent. Die Deutsche Umwelthilfe forderte als Baustein für ein Klima-Sofortprogramm ein Tempolimit von 100 km/h. Kritik kam auch von Agora Verkehrswende. weiterlesen…

„Auf frischer Tat ertappt“

Wichtige chemische Zwischenprodukte in Schadstoff-zu-Kraftstoff-Reaktion identifiziert

Die Verschmutzung durch Kohlendioxid verändert weiterhin das Weltklima. Forscher wissen aber, wie sie diese Verschmutzung sogar regional und nahezu in Echtzeit aufspüren können. Als Teil einer Lösung für die CO2-Verschmutzung konzentrieren sich viele Studien auf die Umwandlung dieses Schadstoffs in einen Kraftstoff, wie z. B. Methanol. Katalysatoren auf Kupferbasis sind ein Werkzeug für solche Umwandlungen. Um die Umwandlung des Klimagases in Methanol zu optimieren, müssen die entsprechenden chemischen Vorgänge Schritt für Schritt erforscht werden. Die Einzelheiten dieser Chemie sind jedoch nach wie vor unklar; es sind Experimente erforderlich, um Hypothesen zu testen, die derzeit auf Computersimulationen beruhen so die Webseite der japanischen Universität Tsukuba. weiterlesen…

Industrielle Massenproduktion ohne negative Einflüsse

Projekt „Life Cycle Impact Zero“ startet am Enapter Campus

Elektrolyseur-Hersteller Enapter will den gesamten Produktionsprozess ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt gestalten. Um diesem Ziel näher zu kommen, baut das Unternehmen einer Medienmitteilung vom 06.07.2022 zufolge derzeit den Enapter Campus, eine Produktionsstätte, die vollständig mit Erneuerbaren Energien vor Ort und aus dem angrenzenden Bioenergiepark im nordrhein-westfälischen Saerbeck betrieben wird. Der Standort bündelt auf 82.000 Quadratmetern die Elektrolyseur-Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Verwaltungs- und Besprechungsräume.(Bild: Enapter-Campus, Saerbeck – Render © enapter-press kit) weiterlesen…

IEA: Atomkraft (doch) Weg zu emissionsarmem Energiesystem?

Neuer Sonderbericht der Internationalen Energieagentur – schon vor 5 Jahren im Fokus der Kritik

Angesichts steigender Brennstoffpreise und zunehmenender Bedenken in Bezug auf die Energiesicherheit wächst in vielen Ländern die Dynamik für die Kernenergie, „doch der Erfolg hängt von den Regierungen und der Industrie ab“, so ein neuer Sonderbericht der IEA vom 30.06.2022. Während die Welt mit einer globalen Energiekrise zu kämpfen habe, besitze die Kernenergie das Potenzial, eine bedeutende Rolle dabei zu spielen, den Ländern einen sicheren Übergang zu Energiesystemen zu ermöglichen, die von erneuerbaren Energien dominiert würden. (Titel: Nuclear Power and Secure Energy Transitions – © iea.org) weiterlesen…