Verfassungsbeschwerden gegen Klimaschutzgesetz teilweise erfolgreich

„Die zum Teil noch sehr jungen Beschwerdeführenden sind in ihren Freiheitsrechten verletzt“

Mit seinem laut einer Medienmitteilung am 29.04.2021 veröffentlichtem Beschluss vom 24.04.2021 hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts entschieden, dass die Regelungen des Klimaschutzgesetzes vom 12.12.2019 (Klimaschutzgesetz – KSG) über die nationalen Klimaschutzziele und die bis zum Jahr 2030 zulässigen Jahresemissionsmengen insofern mit Grundrechten unvereinbar sind, als hinreichende Maßgaben für die weitere Emissionsreduktion ab 2031 fehlen. Im Übrigen wurden die Verfassungsbeschwerden laut Bundesverfassungsgericht zurückgewiesen. Die Bundesregierung muss jetzt bis Ende 2022 nachbessern. Solarify dokumentiert. weiterlesen…

Umwelt- und Klimaschutz bleibt Top-Thema

Trotz Corona: Große Mehrheit für einen sozial-ökologischen Wandel

65 Prozent der Bevölkerung halten den Umwelt- und Klimaschutz für ein sehr wichtiges Thema – trotz Corona. Besonders der Klimaschutz bleibt während der Pandemie für 70 Prozent weiterhin genauso wichtig, für 16 Prozent ist er sogar wichtiger geworden. Handlungsbedarf sehen die Befragten vor allem bei Energie, Landwirtschaft und Verkehr. Das ergab eine am 29.04.2021 von Umweltministerin Schulze und UBA-Präsident Messner vorgestellten, repräsentativen Umfrage zum Umweltbewusstsein. weiterlesen…

DUH veröffentlicht brisante Dieselgate-Akten von KBA und BMVI

Bisher teil-geschwärzten Schriftverkehr herausgeklagt

Nach insgesamt zwölf Rechtsverfahren und mehr als fünf Jahren Widerstand von Bundesregierung und Autokonzernen publiziert die DUH laute einer Medienmitteilung vom 23.04.2021 nun die Dieselgate-Akten aus dem Herbst 2015 – weitgehend ungeschwärzt. Die Akten enthalten Hinweise auf die weitere behördliche Zulassung von Diesel-Pkw mit illegaler Abschalteinrichtung der VW Motorenfamilie EA 288 auch nach Herbst 2015. Dazu veröffentlicht die DUH weitere, ihr zugespielte KBA-Freigabebescheide mit konkreten Messergebnissen zu VW-, Skoda- und Audi-Modellen. weiterlesen…

Cellulosefasern gegen Klimawandel

Neues verfahrenstechnisches Konzept

Der Schutz des globalen Klimas ist ein Vorhaben, das Industrie und Gesellschaft vor eine große Aufgabe stellt. Allein durch Begrenzung der globalen Emissionen, durch CO2-Einsparung, werden die Klimaziele nicht zu erreichen sein. Denn auch weiterhin wird es unvermeidbare CO2-Emissionen geben, die dennoch kompensiert werden müssen. Wege aus dieser misslichen Situation können Maßnahmen wie Aufforstung, Kohlenstoffbindung im Boden oder gar das aktive Abscheiden von CO2 aus der Luft sein. In einem dieser Verfahren setzt man spezielle Filter ein, mit denen sich CO2 aus der Atmosphäre entfernen lässt. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) entwickeln textile Materialien zur CO2-Abtrennung aus der Luft – so eine Medienmitteilung aus dem größten Textilforschungszentrum Europas in Baden Württemberg. weiterlesen…

Klimagerechtigkeit – wortwörtlich

Ehrgeizigere Klimapolitik könnte helfen, extreme Armut zu verringern

Das UN-Ziel zur Beseitigung extremer Armut bis 2030 wird bei Fortsetzung der aktuellen Entwicklung deutlich verfehlt. Dabei könnte eine ehrgeizigere Klimapolitik helfen, extreme Armut in Entwicklungsländern zu reduzieren. Zu diesem Schluss kommt laut einer Medienmitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) vom 27.04.2021 eine neue Studie („Combining ambitious climate policies with efforts to eradicate poverty“) – ein Ergebnis, das im Gegensatz zu der weit verbreiteten Annahme steht, dass die Eindämmung des Klimawandels mit einem Kompromiss bei der Bekämpfung von Armut einhergeht. weiterlesen…

In Sevilla entsteht neue europäische PV-Gigafabrik

Fraunhofer ISE begleitet 5-Gigawatt-Projekt in Andalusien

Photovoltaik ist – zusammen mit der Windenergie – die tragende Säule der Energiewende. Während Deutschland und Europa bei der Forschung und Entwicklung für Solarzellen und -module nach wie vor führend sind, hat sich die Produktion in den vergangenen zehn Jahren nach Asien verlagert. Die Technologiesouveränität und Unabhängigkeit drohte in Europa verloren zu gehen. Dies beginnt sich zu verändern, da Parameter wie zum Beispiel der Anteil der Transportkosten für importierte Module, aber auch nachhaltige Produktionskriterien, heute anders ins Gewicht fallen als noch vor wenigen Jahren. So will Sevilla in der Freinhandelszone seines Hafens mit Freiburger Hilfe eine PV-Gigfactory aufbauen – so eine Medienmitteilung aus dem Fraunhofer ISE. weiterlesen…

NGO kritisieren EU-Taxonomie: „Große Chance verschenkt“

„Bioenergie ist nicht nachhaltig“

„Die EU-Staaten wollen viel mehr Holz verbrennen, um die Klimaziele zu erreichen. Die Kommission findet das nachhaltig, doch Umweltschützer sind entsetzt. Sie fordern einen Vorrang für die stoffliche Nutzung und eine nachhaltige Waldwirtschaft“, fasst der Tagesspiegel-Background kurz und bündig die Auseinandersetzung zwischen NGO und EU zusammen. In ihrer neuen Taxonomie will die EU industriellen Holzeinschlag und Einsatz von Holz und Nutzpflanzen als Brennstoff zur Energiegewinnung als nachhaltige Investitionen einstufen. Dagegen wendet sich der WWF gemeinsam mit anderen NGO. weiterlesen…

70 Billionen pro Netto-Null-Emissionen

Neue Finanzallianz geht an den Start

Die von der Industrie geführte und von den UN einberufene Net Zero Banking Alliance (NZBA) wurde am 21.04.2021 von der UNEP Finance Initiative und der Financial Services Taskforce der Sustainable Markets Initiative ins Leben gerufen. Die Glasgow Financial Alliance for Net Zero (GFANZ) unter dem Vorsitz von Mark Carney (Finanzberater Boris Johnsons für die COP26 und UN-Sonderbeauftragter für Klimaschutz und Finanzen) bringt über 160 Unternehmen (zusammen verantwortlich für ein Vermögen von fast 60 Billionen Euro1) aus den führenden Net Zero-Initiativen des gesamten Finanzsystems zusammen, um den Übergang zu Netto-Null-Emissionen bis spätestens 2050 zu beschleunigen (Bild: Internetseite – Header). weiterlesen…

GB: UCO-Einfuhren heizen Abholzung an

T&E: Großbritanniens Importe zweifelhaften „gebrauchten“ Speiseöls werden steigen

Großbritannien riskiert die Abholzung der Wälder, indem es die Nachfrage nach Altspeisefett (used cooking oil = UCO) im Transportwesen steigert, kritisierte die Umweltschutzorganisation Transport & Environment (T&E) am 20.04.021. Das britische Verkehrsministerium wolle im Eiltempo einen Vorschlag durchbringen, der die Beimischung von mehr Biokraftstoffen zu Transportkraftstoffen vorschreibe, was einer neuen Studie zufolge zu einem Anstieg der Nachfrage nach zweifelhaften Importen führen wird. Die EU – die zuvor die Einfuhr von UCO nach Großbritannien überwachte – hat Bedenken über unzureichende Systeme geäußert; sie will verhindern, dass natives Öl wie Palmöl, das die Abholzung von Wäldern vorantreibt, als verwendetes Öl ausgegeben wird. weiterlesen…

LNG verdrängt Diesel als Kraftstoff

Absatz im Güterkraftverkehr verdreifachte sich 2020

Die Absatzmenge von flüssigem Erdgas ver­drei­fach­te sich 2020 gegenüber dem Vorjahr an den 46 deutschen LNG-Tank­stel­len. Der Umstieg auf LNG lohnt sich für Flottenbetreiber weiterhin, zeigt sich die Brancheninitiative Zukunft Gas durch steigende Zulassungszahlen überzeugt. Etwa 87 Prozent der bis Ende 2020 eingegangenen Förderanträge im Programm „Energieeffiziente und/oder CO2-arme schwere Nutzfahrzeuge“ (EEN) wurden für LNG-Fahrzeuge gestellt, weitere zwölf Prozent für mit komprimiertem Erdgas (CNG) betriebene Fahrzeuge. weiterlesen…