Intensive Kooperation ist das Gebot der Stunde

Nur gemeinsam können Frankreich und Deutschland ihre jeweiligen Energiewenden zum Erfolg führen

Die Stromsysteme von Frankreich und Deutschland sind eng miteinander verzahnt. Energiewirtschaftliche Entscheidungen in einem Land haben daher erhebliche Konsequenzen im anderen Land. Frankreich und Deutschland sollten daher ihre künftige Energiepolitik gemeinsam gestalten, damit die Stromversorgung auf beiden Seiten des Rheins zuverlässig, nachhaltig und möglichst günstig bleibt. Bis 2030 bedeutet das gleichermaßen einen starken Ausbau von Windkraft und Photovoltaik sowie eine deutliche Reduktion der Stromerzeugung durch konventionelle Kraftwerke –Kohle in Deutschland, Kernenergie in Frankreich. So lauten die wichtigsten Erkenntnisse einer gemeinsamen Studie von Agora Energiewende aus Berlin und des Institutes for Sustainable Development and International Relations (IDDRI) aus Paris. weiterlesen…

„Permanenter Druck wird notwendig sein“

Christian Breyer im Solarify-Selbst-Gespräch

„Ein zeitgeschichtliches Dokument von politischem Versagen“ nennt Skandinaviens erster „Solar-Professor“ Christian Breyer von der Lappeenranta Universität (LUT) Finnland (ein „Q-Cells-Gewächs“ aus dem Reiner-Lemoine-Institut) die Zerstörung vieler Hoffnungen, vor allem in Ostdeutschland, durch „dilettantische Industriepolitik unterstützt von sinistren Gewerkschaften“. Die Versuchung sei einfach groß, „in de facto halben Legislaturperioden zu denken“. Dennoch bleibt er Optimist: Der Druck müsse anhalten, das ist wichtig für ihn. Dann bleibe die Wirkung der Klimawandelleugner eher gering. #Fridays4Future (siehe solarify.eu/fridays4future-junge-generation-fordert-politik-fuer-ihre-zukunft) könne „elementarer Teil der Sozialisation einer ganzen Generation werden“. Breyer war einer der ersten Unterzeichner des Unterstützungsaufrufs von Scientists4Future – inzwischen sind es mehr als 23.000 – für die klimastreikenden Schüler (300.000 am 15.03.in Deutschland). (Foto: Christian Breyer – Foto © lut.fi) weiterlesen…

Power-to-Gas kommt in die Gänge

Power-to-Gas-Anlagen in ersten kommerziellen Anwendungen

Eine Auswertung der Power-to-Gas (PtG)-Datenbank der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) zeigt, dass die PtG-Technologie zunehmend ausgereift ist und immer mehr kommerzielle Anwendungen findet. Deutschlandweit sind über 50 PtG-Anlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von über 55 MW in Betrieb oder in Planung. Weitere größere Projekte im dreistelligen MW-Bereich wurden bereits angekündigt. Bereits heute kommt über ein Drittel des in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen und mehr als die Hälfte davon aus den fluktuierend einspeisenden Quellen Wind und Photovoltaik. Dieser Anteil werde weiter zunehmen, was zu einer steigenden Nachfrage nach Flexibilität im Stromversorgungssystem bzw. einem verstärkten Einsatz von Stromspeichern führe, heißt es in der Pressemitteilung des TÜV Süd vom 19.03.2019. weiterlesen…

Regierung mault über zu viele Fragen

„Überkontrolle“ bei Elektromobilitätsgesetz und Straßenverkehrsnovelle beklagt

Die Bundesregierung reagiert zunehmend genervt auf Fragen der Opposition. So hat sie nach eigenen Angaben die kommunalen Verbände in die Erarbeitung des Elektromobilitätsgesetzes (EmoG) und des Evaluierungsberichts eingebunden, geht aus ihrer im parlamentseigenen Pressedienst heute im bundestag zusammengefassten, leicht patzigen Antwort (19/8195) auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen (19/7889) hervor. Auf eine Frage der Linken, welche Verbände zum Entwurf der Bundesregierung für ein Neuntes Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes (19/6334) angehört worden seien, und welche eingegangenen Stellungnahmen in den Gesetzentwurf eingeflossen seien, verschärfte die Regierung (das BMVI) den Ton merklich: „Die Grenze zur administrativen Überkontrolle ist angesichts des Umfangs der Überprüfung der aktuellen Gesetzgebungstätigkeit und der Detailtiefe von einzelnen Fragen aus Sicht der Bundesregierung erreicht“. weiterlesen…

Chancen der künstlichen Photosynthese

Regierung: „Potenzieller Faktor einer erfolgreichen Energie- und Rohstoffwende“

Die Bundesregierung sieht in ihrer Antwort (19/7885) auf die Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/7112) die „weitere Erforschung der künstlichen Photosynthese als potenziellen Faktor einer erfolgreichen Energie- und Rohstoffwende“ – so zitierte der parlamentseigene Pressedienst heute im bundestag am 18.02.2019 aus der Antwort. Zwar befinde sich „die technologische Reife von künstlichen Photosynthese-Systemen derzeit meist auf der Stufe des Nachweises der prinzipiellen Funktionstüchtigkeit (‚proof of concept‘) sowie geeigneter Versuchsaufbauten im Labor“. Aufgrund solcher wissenschaftlich-technischer Herausforderungen sei daher eine wirtschaftliche Anwendung gegenwärtig noch nicht in Sicht. „Gleichwohl könnte die künstliche Photosynthese das Potential haben, neue Wege der nachhaltigen Energie- und Rohstoffversorgung zu ebnen“. weiterlesen…

Großes Interesse an Förderbekanntmachung für Batterieproduktion

Altmaier: „Voller Erfolg“

Der Förderaufruf des Bundeswirtschaftsministeriums an die Adresse von Unternehmen und Konsortien zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Batteriezellproduktion ist einer Medienmitteilung aus dem BMWi zufolge auf hohes Interesse gestoßen. Das BMWi stellt für die Förderung eine Milliarde Euro zur Verfügung. weiterlesen…

Was wurde aus dem Glühlampen-Verbot?

Vor 10 Jahren in der EU abgeschafft – eine Erfolgsgeschichte

Die Grünen im Europäischen Parlament erinnern daran, dass vor 10 Jahren, am 18.03.2009, das Ende der konventionellen Glühlampe (=“birne“) in Europa beschlossen wurde. Wenige Monate später am 01.09.2009 trat die beschlossene Verordnung dann vollends in Kraft und Glühlampen wurden nach und nach durch Energiesparlampen und LEDs ersetzt. Fast 130 Jahre lang war die Glühfadenlampe damit ein Symbol unserer Industriekultur und der Unmut der Nostalgiker war damals groß. Mit dem Inkrafttreten der Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG am 01.09.2009 wurden allerdings besondere Anforderungen an die Energieeffizienz von vielen Produkten, nicht nur der Glühlampe, gestellt. Das gemeinsame Ziel: Den Verbrauch natürlicher Ressourcen auf das notwendige Maß zu reduzieren und die Umweltverträglichkeit zu verbessern. weiterlesen…

Acht Jahre Fukushima – und jetzt?

Linke und Grüne wollen Atomausstieg beschleunigen – Bundestagsmehrheit lehnt fast alles ab

Am 11. März jährte sich zum achten Mal die Atomkatastrophe von Fukushima. Am 26.04.2019 ist der 33. Jahrestag des Super-GAU von Tschernobyl. Bei einer Bundestagsdebatte aus diesen Anlässen stießen Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke auf teils heftigen Widerspruch mit ihrer Forderung, den Atomausstieg zu beschleunigen und in ganz Europa und darüber hinaus voranzutreiben. In zwei Anträgen dazu, die der Bundestag am 14.03.2019 beriet, hatten beide Fraktionen auf das Atomunglück von Fukushima vor genau acht Jahren verwiesen – so der parlamentseigene Pressedienst heute im bundestag. weiterlesen…

Krise, noch größer als der Klimawandel

Bisher zu wenig diskutiert: Der schnelle Niedergang der natürlichen Welt

„Eine dreijährige von den Vereinten Nationen unterstützte Studie der Intergovernmental Science-Policy Platform On Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) hat gravierende Auswirkungen auf die Zukunft der Menschheit“, schrieb John Vidal am 15.03.2019 in der Huffington Post. Die Natur befinde sich „im freien Fall, und die Stützsysteme des Planeten sind so weit gestreckt, dass wir mit weit verbreiteten Artensterben und massenhafter Völkerwanderung konfrontiert sind, wenn nicht unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden“. Das sei die Warnung, auf deren Veröffentlichung Hunderte von Wissenschaftlern sich vorbereiten, und „sie ist heftig (stark)“. weiterlesen…

Jetzt schon zu befürchten: Totales Klimafiasko

DIW-Untersuchung für Bündnis 90/Die Grünen: Klimaziele 2030 wackeln bereits jetzt

Schlimme Vorzeichen: Die Bundesregierung wird nicht nur ihr Ökostromziel – damit auch das Klimaschutzziel – für 2020, sondern höchstwahrscheinlich auch das für 2030 verfehlen. 2030 werden mit den aktuell im EEG festgelegten Ausbaukorridoren im Stromsektor voraussichtlich lediglich 55 Prozent Erneuerbare Energien erreicht – 10 Prozentpunkte weniger als im Koalitionsvertrag festgelegt. Und: Selbst wenn der Kohleausstieg wie von der Kohlekommission vorgeschlagen zustande käme, würden auch dann die Klimaziele nicht erreicht. Das hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion in ihrer Untersuchung „Erneuerbare Energien als Schlüssel für das Erreichen der Klimaschutzziele im Stromsektor“ publiziert. weiterlesen…