Blindflug durch das Entgeltsystem

Agora Energiewende kritisiert Fehlentwicklungen und empfiehlt grundlegende Neuordnung des Stromnetzentgelt-Systems

Das System der Stromnetzentgelte steuere auf immer gravierendere Fehlentwicklungen zu: Zum einen stiegen die Netzkosten und könnten schon bald der größte Einzelposten auf der Stromrechnung sein. Zum anderen behinderten die aktuellen Regeln für die Netzentgelte den Umbau des Stromsystems im Zuge der Energiewende – sie wirkten ihm zum Teil sogar entgegen. Hierbei könnten Politik und Wissenschaft aber nicht nachzuvollziehen, wofür die Netzentgelte in der Höhe von bundesweit jährlich rund 24 Milliarden Euro genau ausgegeben und wie sie auf die unterschiedlichen Gruppen von Stromverbrauchern umgelegt würden. Die Netzausgaben würden daher de facto im Blindflug gesteuert, kritisiert Agora Energiewende. Damit die Politik die Steuerbarkeit wiedererlangt, empfiehlt der Berliner Thinktank in einem am 15.04.2019 veröffentlichten Impuls-Papier dringend eine umfassende Reform der Netzentgelte. weiterlesen…

Deutschland und Österreich gehen getrennte Wege


Zu viel Stromabfluss – kein gemeinsamer Strommarkt mehr – skeptisches Echo

Seit dem 01.10.2018 ist die gemeinsame Strompreiszone Deutschland-Österreich Geschichte, schreibt Kathatina Wolf in Erneuerbare Energien. Denn seit diesem Tag werde nicht mehr unbegrenzt mit Strom gehandelt – nach langer Vorbereitung wurde der gemeinsame Strommarkt aufgetrennt. Denn zu viel Strom war aus Deutschland nach Süden abgeflossen und hatte das Nord-Süd-Gefälle im deutschen Übertragungsnetz ständig weiter verschärft. weiterlesen…

Blackbox Netzentgelte: Überhöhte Tarife


Tarife der Netzbetreiber vermutlich oft überhöht – Überprüfung unmöglich

Die Stromverbraucher in Deutschland müssen für Bau und Betrieb der Stromnetze wohl mehrere hundert Millionen Euro im Jahr mehr zahlen als gesetzlich nötig. Dafür mehren sich die Indizien. Diese lassen sich jedoch nicht erhärten, weil weder die Netzbetreiber noch die Regulierungsbehörden die entsprechenden Daten und Regulierungsbescheide vollständig veröffentlichen – entgegen den gesetzlichen Vorschriften. Klagen vor Zivilgerichten scheitern an der mangelnden Beweisbarkeit, weil die Netzbetreiber aus angeblichen Geheimhaltungsinteressen ihre Kosten nicht veröffentlichen. Einer Pressemitteilung vom 22.08.2018 ist zu entnehmen, dass Agora Energiewende den Gesetzgeber zur Klarstellung des geltenden Rechts auffordert. weiterlesen…

Hohe Netzstabilisierungskosten Ergebnis mangelnden dezentralen Ökostromausbaus


Fell kritisiert Fehlentwicklungen der bundesdeutschen Klimapolitik

“Seit Jahren haben die schwarz-, rot-, gelben Regierungen in Bund und Ländern den Ausbau der dezentralen Erneuerbaren Energien massiv ausgebremst und zudem fast nur noch auf Windenergie, und das auch noch immer mehr nur im Norden, konzentriert”, so die harsche Kritik des Energieexperten Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Ko-Autor des EEG. “Als Ergebnis müssen jetzt die Netzbetreiber immer häufiger mit hohen Kosten den Stromausgleich von Norden nach Süden und zwischen windstarken und windschwachen Zeiten ausgleichen.” weiterlesen…

Einheitlichkeit der deutschen Stromgebotszone gewahrt


Kabinett billigt Änderung der Stromnetzzugangsverordnung – VKU: Richtig!

Das Bundeskabinett hat am 22.11.2017 den Entwurf zur Änderung der Stromnetzzugangsverordnung (StromNZV) beschlossen. Wie das BMWi in einer Medienmitteilung erläutert, kann damit die deutsche Stromgebotszone auch künftig nicht einseitig durch die Übertragungsnetzbetreiber geteilt werden. weiterlesen…

EEG-Konto 4,23 Mrd. plus


Wie erwartet, leicht gefallen

Im Juli überstiegen die Ausgaben zwar die Einnahmen um knapp 647 Millionen Euro. Dennoch lagen auf dem von den vier deutschen Übertragungsnetz-Betreibern geführten EEG-Umlagenkonto am 31.07.2017 rund 4,23 Milliarden Euro (Juni 4,87, Mai 5,13 Mrd.). Damit ist der Überschuss zum dritten Mal in Folge gesunken, wie aus der am Montag aktualisierten Statistik der Übertragungsnetzbetreiber hervorgeht – aus der Sandra Enkhardt in pv magazine zitiert. weiterlesen…

dena-Netzflexstudie: Win-Win-Win-Situation ist möglich


Kuhlmann: „Im Fokus der nächsten Legislaturperiode sollten die Potenziale für Innovationen und neue Geschäftsmodelle stehen.“

dena LogoDie Mehrfachnutzung von Speichern und anderen Flexibilitätstechnologien kann die Kosten der Energiewende deutlich senken und Netzausbau vermeiden. Das ist, wie die dena am 02.03.2017 mitteilt, das Ergebnis der Netzflexstudie der Deutschen Energie-Agentur. Würden Flexibilitätstechnologien nicht nur marktorientiert betrieben, sondern auch zur Entlastung des Stromnetzes eingesetzt, senkte das die volkswirtschaftlichen Kosten und reduzierte den Ausbaubedarf im Verteilnetz. weiterlesen…

Strompreise steigen um 30 Euro je Haushalt


Zäher Leitungs-Ausbau – für Netzbetreiber und Kunden wird’s teurer

Süddeutsche Zeitung SZ logo“Die Netzentgelte sollen deutlich teurer werden. Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT will sie um satte 80 Prozent Windgeneratoren und Strommasten bei Pfalzfeld, Hunsrück - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft_20150626erhöhen. Dies bedeutet einen deutlichen Preisanstieg für die Kunden. Ein Drei-Personen-Haushalt muss sich auf Mehrkosten von etwa 30 Euro im Jahr einstellen”, schrieb Jan Schmidbauer am 23.09.2016 in der Süddeutschen Zeitung. weiterlesen…

Stadtwerke gegen Digitalisierung


Kommunalverband kritisiert Gesetzentwurf zur Digitalisierung der Energiewende

Michael Ebling, OB Mainz und VKU-Präsident- Foto © Gerhard Hofmann, Agentur ZukunftStädte und Gemeinden müssen – obwohl knapp bei Kasse – gleichermaßen die Flüchtlingsintegration wie die Digitalisierung (vor allem auch der Energiewende) stemmen. VKU-Präsident Michael Ebling sagte dem Handelsblatt, wo der Schuh drückt – vor allem kritisieren die Stadtwerke den BMWi-Gesetzentwurf zur Digitalisierung der Energiewende. weiterlesen…

EnWG kommunalfreundlicher ausgestalten


Vorschläge des Wuppertal Instituts zur Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes

Für Irritationen sorgte in der vergangenen Woche ein in Fachkreisen kursierender Referentenentwurf des BMWi zur Änderung der Vergabebestimmungen von Strom- und Gaskonzessionen. Denn das dreiseitige “Arbeitsentwurf” sollte die im Koalitionsvertrag angekündigten Vergabebestimmungen neu regeln helfen. Das Wuppertal Institut begrüßt, dass das BMWi das Papier wieder zurückgezogen hat und nicht weiter als Grundlage für eine Gesetzesänderung verwendet. Zwar wurden zahlreiche der vom Wuppertal Institut in mehreren Studien aufgezeigten Schwachstellen in dem Entwurf aufgegriffen, in wichtigen Punkten aber machte der neue Vorschlag demgegenüber deutliche Rückschritte.
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