DUH: Kohledeal verteuert Klimaschutz

Deutsche Umwelthilfe fordert wirtschaftliches und soziales Konzept für Kohlekonsens –  Kabinettsbeschluss belastet Stromkunden unnötig

Die DUH kritisiert den am 04.11.2015 getroffenen „Kabinettsbeschluss zur Subventionierung alter Braunkohlekraftwerke, die ohnehin stillgelegt worden wären“. Mit der neu geschaffenen Kapazitätsreserve, in die einige der ältesten und schmutzigsten Kraftwerke verschoben werden, wählt die Bundesregierung den teuersten Weg, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Darüber hinaus hält die DUH diese Lösung für energiewirtschaftlich unsinnig und fordert den Bundestag auf, zusätzliche Bedingungen an die Zahlung zu knüpfen. weiterlesen…

Was kostet die Energiewende?

Wege zur Transformation des deutschen Energiesystems bis 2050

Für den Erfolg der Energiewende müssen die Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 80 Prozent, bezogen auf 1990, reduziert werden. Der fundamentale Umbau zu einer weitgehend dekarbonisierten Energieversorgung ist allerdings kein Selbstläufer, er erfordert erhebliche Investitionen. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE um Hans-Martin Henning stellten nach fünfjähriger Arbeit eine Studie zur System-und Kostenentwicklung einer klimaschutzkompatiblen Transformation des deutschen Energiesystems von heute bis 2050 vor. Die Energiewende wird in diesem Zeitraum etwas mehr als eine Billion Euro kosten. weiterlesen…

Die Tragik des Zeithorizonts

Warum sich die Finanzmärkte bereits heute gegen Risiken des Klimawandels schützen müssen und wie politische Rahmensetzung helfen kann

Germanwatch weist auf eine wichtige Rede aus England hin: Der Klimawandel gefährdet die Stabilität der Finanzmärkte. In welch großem Ausmaß dies jetzt schon absehbar ist, legte Mark Carney – Vorsitzender des Finanzmarktstabilitätsrats der G20 und Gouverneur der Bank of England – in einer Rede vom 29.09.2015 eindrücklich dar. weiterlesen…

Desertec reloaded 1

Neustart im Wüsten-Emirat

„Dubai. Desertec lebt. Treibende Kraft dahinter: RWE.“ – so die Neue Osnabrücker Zeitung am 03.11.2015. „Warum Desertec für RWE doch noch ein Erfolg ist“, titelte Daniel Wetzel am 03.11.2015 in der Welt, und er fuhr fort: „Die Energiewende setzt RWE hart zu. Doch im Ausland schaltet der Konzern schon wieder auf Angriff. Als Sprungbrett in den Nahen Osten dient dabei eine schon verloren geglaubte Idee.“ Gemeint war „Dii“ – die von der Desertec-Stiftung angeschobene und schon totgesagte Wüstenstrom-Initiative soll den von Atomausstieg, absackenden Börsenstrompreisen und Schmäh-Kritik an der Braunkohle-Verstromung heftig gebeutelten Essenern wieder aufhelfen: Denn Deutschlands größtes EVU hatte die Energiewende veschlafen und stur auf Atom und Kohle gesetzt.
weiterlesen…

Stimmen zu Kapazitätsreserveverordnung, Strommarkt- und Digitalisierungsgesetz

Kabinett verabschiedet drei Energie-Gesetze – diverses Echo

Das Bundeskabinett hat  am 04.11.2015 drei für die Zukunft der Energiewirtschaft zentrale Regelungen beschlossen: die Kapazitätsreserveverordnung, das Strommarktgesetz und das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. BEE-GF Falk kritisierte unnötig hohe Kosten für Endverbraucher; die ssh auch die neue VKU-Chefin Reiche, forderte jedoch gebetsmühleartig wieder den Kapazitätsmarkt; BSW-Solar-HGF Körnig prophezeite der Bundesregierung, sie werde „ihre EE-Ausbau- und Klimaschutzziele krachend verfehlen“, wenn sie ständig neue ungerechtfertigte Auflagen für den Einsatz der Photovoltaik schaffe. „Mit der heute beschlossenen Energierechtsreform schafft die Bundesregierung die Voraussetzungen für ein Marktmodell mit hoher Flexibilität und optimaler Einbindung der erneuerbaren Energien“, erklärte Minister Gabriel in einer Pressekonferenz. weiterlesen…

Klimaziele reichen nicht aus – Studie zu Loss & Damages

Brot für die Welt und Germanwatch fordern regelmäßige Nachbesserung der Ziele sowie Engagement gegen klimawandelbedingte Schäden

Zwiespältig fällt die Bewertung von Brot für die Welt und Germanwatch zur Zusammenfassung der Klimaschutzbeiträge der Staaten (INDC-Bericht) für den Pariser Klimagipfel aus: Die Richtung stimmt, doch das Ziel ist noch lange nicht erreicht. Brot für die Welt, Germanwatch und ACT Alliance stellten am 03.11.2015 eine gemeinsame Studie vor, die aufzeigt, wie die Klimarisikolücke in den nächsten Jahren wächst und was ein Loss & Damage-Ergebnis in Paris zur Lösung des Problems beitragen kann. weiterlesen…

„Ewiges Eis ist nicht ewig“

West-Antarktis könnte komplett schmelzen

Der riesige Eispanzer der westlichen Antarktis könnte vollständig verschwinden, wenn dort das vergleichsweise winzige Amundsen-Becken instabil würde – das haben Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) jetzt berechnet. Gelange allein dieses Eis komplett in den Ozean, steige der Meeresspiegel um rund drei Meter. Einige vor wenigen Monaten veröffentlichte Studien deuten darauf hin, dass dieses Gebiet des Eiskontinents seine Stabilität bereits verloren hat – damit wäre das erste Element des Erdsystems tatsächlich gekippt. Die neue Veröffentlichung zeigt zum ersten Mal die Folgen einer solchen Entwicklung. Wenige Jahrzehnte Erwärmung des Ozeans können einen über Jahrhunderte und Jahrtausende andauernden Eisverlust auslösen, so die Computersimulationen. weiterlesen…

Die Kleinen melden sich kurz vor dem Ertrinken

COP21-Verhandlungen: Zwei-Grad-Grenze reicht Inselstaaten nicht aus

„Schockierende Nachrichten“ – schreibt das Kampagnenportal Avaaz: „An den Klimaverhandlungen in Paris werden unzählige Lobbyisten für fossile Brennstoffe teilnehmen, während sich kleine Inselstaaten, die wegen des Klimawandels zu versinken drohen, grade einmal eine Handvoll Delegierte leisten können.“ In der Tat: „Die internationalen Verhandlungen vor der 21. UN-Klimakonferenz stocken. Doch jetzt treten die kleinen Inselstaaten nach vorne, die um ihre Existenz bangen. Sie kämpfen für ein ehrgeiziges Klimaabkommen,“ berichtet EurActiv Frankreich. weiterlesen…

Vattenfall wirft Greenpeace raus

Bieterverfahren für Braunkohlesparte

Minus zwei Milliarden Euro ist das Braunkohlegeschäft von Vattenfall laut Greenpeace wert. Also dachten sich die Umweltschützer, die Sparte zu übernehmen und dazu noch Geld als Mitgift einzusacken. Doch die Schweden machen nicht mit. Und sprechen von einem „PR-Gag“. Folglich ist Greenpeace aus dem Bieterverfahren für die deutsche Vattenfall-Braunkohle ausgeschlossen worden. Die mit dem Verkauf beauftragte US-Bank Citigroup habe dies damit begründet, dass Greenpeace nicht wirklich beabsichtige, als Bieter aufzutreten. Ähnlich äußerte sich ein Vattenfall-Sprecher, berichtet der ARD-Korrespondent in Stockholm, Carsten Vick: Bei dem Konzern hieß es, man habe das Angebot „nie wirklich ernst genommen und eher als einen PR-Gag angesehen“. weiterlesen…