Warum das Elektroauto ein Feind der Energiewende ist

CO2-Bilanz insgesamt wird sich verschlechtern

-Gastkommentar von Martin Stahl-
Es gibt etwas, das die Deutschen auszeichnet, aber wenig ehrt: die „German Angst“, ein Begriff, der sich im angloamerikanischen Sprachraum über Jahrhunderte durchgesetzt hat. Als 1835 zwischen Nürnberg und Fürth die erste Eisenbahn fuhr, warnten besorgte Zeitgenossen vor Gesundheitsschäden, weil sich der Zug aus ihrer Sicht mit unmenschlich hoher Geschwindigkeit bewegte. Zwar hat die Sorge den Durchbruch der Bahn nicht verhindert, aber die schnellsten und zuverlässigsten Züge fahren heute woanders. (Foto: Martin Stahl – © privat) weiterlesen…

„Ziele formulieren kann jeder“

Wie kann man die Erderhitzung stoppen? Die einen glauben an Greta, die anderen an den Markt. Der Soziologe Armin Nassehi hat eine bessere Idee.

Deutschlands wichtigster Gegenwartsanalytiker kommt morgens um 10 Uhr in die taz-Kantine in Berlin-Kreuzberg. Die Kollegin vom Service sagt: „Und was hättest du gern?“ Armin Nassehi zuckt keine Sekunde und bestellt. Er ist Sohn einer Schwäbin und eines Iraners, Schalke-Fan, trägt immer Schwarz und den Kopf haarfrei. Nassehi ist aus München eingeflogen für einen Spottpreis, das ist halt so. Am Nachmittag trifft er eine Spitzenpolitikerin, am Abend geht er ins klassische Konzert. Jetzt soll er erklären, warum über die Zukunft nicht entscheidet, ob Grün-Rot-Rot oder Grün-Schwarz regiert. Das Interview ist in der taz am wochenende 15./16.06.2019 erschienen. weiterlesen…

Grünes Licht für Systemforschung in Görlitz

Bund und Land Sachsen investieren in Gestaltung des Strukturwandels in der Lausitz

Mit CASUS – Center for Advanced Systems Understanding (Zentrum für fortgeschrittenes Systemverständnis) erhält die Lausitz ein neues Wissenschaftszentrum. Die Vision: ein systematisches Verständnis der komplexen Phänomene unserer Umwelt mit neuen digitalen Methoden zu entwickeln. Fachleute aus so unterschiedlichen Disziplinen wie Klima- und Umweltforschung, Systembiologie oder Astrophysik sollen dort einer Medienmitteilung aus dem HZDR folgend gemeinsam an umfassenden digitalen Lösungen arbeiten – damit nimmt CASUS eine Vorreiterrolle in Deutschland ein. Das BMBF hat Mittel in Höhe von rund zehn Millionen Euro für drei Jahre in Aussicht gestellt; der Freistaat Sachsen übernimmt zusätzlich rund eine Million Euro. weiterlesen…

Konsultation zum Nationalen Energie- und Klimaplan gestartet

Neues Planungs- und Monitoringinstrument

Die EU-Mitgliedstaaten sollen bis Ende 2019 Nationale Energie- und Klimapläne bei der EU-Kommission einreichen. Im Dezember 2018 hat die Bundesregierung den Entwurf ihres Nationalen Energie- und Klimaplans veröffentlicht. Am 14.06.2019 startete einer BMWi-Medienmitteilung zufolge das Online-Konsultationsverfahren zu dem Entwurf. Stakeholder und die interessierte Öffentlichkeit können ihre Kommentare bis zum 02.08.2019 einreichen. In den Nationale Energie- und Klimaplänen stellen die EU-Mitgliedsstaaten ihre nationalen Ziele sowie nationalen Beiträge zu den EU-Energie- und Klimazielen für 2030 dar und beschreiben, mit welchen Strategien und Maßnahmen sie diese erreichen wollen. weiterlesen…

„Was Deutschland für den Klimaschutz tut“

Selbstlob der Regierung

Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung verschickte jüngst an alle Mailabonnenten einen Text unter dem Titel: „Was Deutschland für den Klimaschutz tut“. Er beginnt mit den erstaunlichen Sätzen: „Deutschland hat beim Klimaschutz schon viel erreicht. So lieferten 2018 erneuerbare Energien aus Wind und Sonne fast 40 Prozent des Stroms. Aber dabei soll es nicht bleiben: Die Bundesregierung arbeitet daran, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 55 Prozent zu verringern – mit weiteren Maßnahmen in der Klimapolitik, beim Kohleausstieg und dem Umbau der Mobilität. Ein Überblick.“ Solarify dokumentiert den Überblick. weiterlesen…

Bitcoin als Stromfresser

CO2-Fußabdruck der Kryptowährung so groß wie Hamburg

Der Einsatz von Bitcoins verursacht jährlich rund 22 Mt CO2 – ähnlich viel wie Hamburg, Kansas, ein kleines Land wie Jordanien – oder Las Vegas. Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Technischen Universität München (TUM) hat in der ersten Analyse des Stromverbrauchs der Kryptowährung auf der Grundlage empirischer Daten aus IPO-Anmeldungen und der Lokalisierung von IP-Adressen und unter anderem durch die Auswertung von Börsenunterlagen von Hardware-Herstellern die bislang detaillierteste Kalkulation des CO2-Fußabdrucks erstellt. Die am 12.06.2019 in der Zeitschrift Joule veröffentlichte Studie legt daher nahe, dass auch die Kryptowährungen die globalen CO2-Emissionen verstärken, ein Thema, das bei den Bemühungen um den Klimaschutz berücksichtigt werden muss. weiterlesen…

Töpfer wirft dem Steuersystem „Klimablindheit“ vor

Ex-Umweltminister nimmt eigene Partei ins Gebet

„Es geht nicht darum, dass wir nur Klima- oder Umweltpolitik machen, sondern es geht um eine Gesellschaftspolitik, die ganz selbstverständlich die Auswirkungen unseres Verhaltens auf das Klima als Priorität einbindet“, zitiert die Wochenzeitung „Die Zeit“ Ex-Umweltminister UNEP-Chef a.D. Klaus Töpfer, „parteiübergreifend als Umweltexperte respektiert“ (Zeit). Dem Steuersystem attestierte der in den Medien gern „CDU-Urgestein“ genannte Töpfer „Klimablindheit“: „Wir zahlen momentan 60 Milliarden Energiesteuer – aber leider in Klimablindheit, teilweise ist sie sogar ökologisch kontraproduktiv. Wir besteuern Strom am stärksten, obwohl wir da die größten Fortschritte bei der Verminderung des CO2-Ausstoßes machen“. weiterlesen…

Batteriemarkt im Aufwärtstrend

Batteriestandort Deutschland wächst schnell

„Der deutsche Batteriemarkt befindet sich im Aufwärtstrend. Wir verzeichnen sehr hohe Importzahlen von Lithium-Ionen-Zellen, doch auch der Markt für Bleibatterien wächst stetig“, sagte Christian Eckert, Geschäftsführer des Fachverbands Batterien im ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, am 13.06.2019 anlässlich eines Pressegesprächs von ZVEI und Eurobat – Verband der europäischen Hersteller von Autobatterien, Industrie- und Energiespeicherbatterien. weiterlesen…

Wird EU Anspruch auf „Klimaführer“ einlösen können?

EU-Spitzen wollen Klimastrategie bis „Anfang 2020“ fertigstellen

Die Gespräche über eine europäische Klimastrategie bis 2050 sollten bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, damit der Plan Anfang 2020 endgültig verabschiedet werden kann. So steht es im Entwurf der Schlussfolgerungen für den EU-Gipfel, der Ende kommender Woche in Brüssel stattfindet. Die Staats- und Regierungschefs der EU werden dem kommenden finnischen EU-Vorsitz auf dem Gipfel in der nächsten Woche ein Mandat erteilen, die Gespräche über einen ehrgeizigen Plan zur CO2-Neutralität des Blocks bis 2050 voranzutreiben. In dem von Sam Morgan am 13.06.2019 für EURACTIV eingesehenen Entwurf der Schlussfolgerungen werden die 28 nationalen Regierungen der EU und die Europäische Kommission ersucht, „die Arbeit an den Bedingungen, den Anreizen und dem Rahmen, der geschaffen werden kann, um den fairen Übergang zu einer klimaneutralen EU zu unterstützen, voranzutreiben“. weiterlesen…

Svenja Schulze: „Meilenstein für Klimaschutz im Straßengüterverkehr“

Deutschland stimmt EU-weiten CO2-Flottengrenzwerte für Lkw zu

Der Rat der EU-Mitgliedsstaaten hat am 13.06.2019 mit der Unterstützung Deutschlands erstmals eine EU-Verordnung zur Beschränkung für den CO2-Ausstoß von Sattelzugmaschinen und Lkw beschlossen. Demnach muss der CO2-Ausstoß schwerer Nutzfahrzeuge über 16 Tonnen bis 2025 um 15 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent fallen. Im April waren bereits neue Flottengrenzwerte für Autos und leichte Nutzfahrzeuge beschlossen worden, so das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit in einer Pressemitteilung vom 13.06.2019. weiterlesen…