„Ich spreche von Jahrzehnten“

Klimakrise braucht Berichterstattung mit langem Atem

Journalisten arbeiten meist mit kurzen Fristen, teils schlägt der Rhythmus der Berichterstattung von Tweet zu Tweet. Bei Themen wie dem Klimawandel jedoch braucht es langen Atem und ruhigen Blick. Der CNN-Journalist John D. Sutter startet deshalb eine echte Langzeitrecherche: Für ein Dokumentarfilmprojekt will er bis 2050 alle fünf Jahre dieselben vier Orte besuchen und die Folgen der Erderwärmung dokumentieren. In einem Gastbeitrag für klimafakten, ursprünglich publiziert auf der Webseite der Nieman Reports, erklärt er sein Projekt. (Foto: Vier Orte, alle fünf Jahre, bis 2050 – das ist die Idee hinter dem Langzeit-Filmprojekt „Baseline“; – Screenshot © John D. Sutter) weiterlesen…

Frischer Wind für Österreichs Energiewende

Regierungsprogramm eröffnet Zukunftsperspektiven

„Das Regierungsprogramm, das einige Chancen für den Klimaschutz und für die Windkraft zu bieten hat, eröffnet eine positive Zukunftsperspektive für die Windbranche“, freut sich Stefan Moidl, Geschäftsführer des österreichischen Windverbandes IG Windkraft: „Es ist mit großem Abstand, dass ambitionierteste Klimaschutzprogramm, das Österreich bisher hatte.“ Aus Sicht der IG Windkraft seien besonders die neue Zielsetzung der Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 und ein deutlicher Ausbau der erneuerbaren Energien mit dem Ziel bis 2030 Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen, hervorzuheben. Gemessen werde die neue Regierung aber an den Taten und Rahmenbedingungen, die die Energiewende ermöglichen müssten, so Moidl. weiterlesen…

„Der Milliarden-Hammer“

Autoindustrie muss mit neuen Grenzwerten zurechtkommen

„Wer in den kommenden Jahren zu viele durstige Autos verkauft, wird künftig bestraft. Der von der EU installierte Grenzwert-Mechanismus scheint einfach. Doch bei genauer Betrachtung ist er kompliziert und bietet einige Hintertürchen,“ schreibt der Nachrichtensender n-tv auf seiner Webseite. Denn seit 01.01.2020 gelten EU-weit neue CO2-Grenzwerte für Pkw. Sie werden Angebot und Nachfrage massiv beeinflussen. Für Autos, das mehr als 95 g/km ausstoßen, kann der Hersteller Strafen zahlen müssen. weiterlesen…

Neuartiger Mechanismus für die Elektronen-Bifurkation entdeckt

Spezifische Anordnung von Eisen-Schwefel-Clustern in Protein

In der Natur werden energieerfordernde Reaktionen wie die ATP-Synthese und energiefreisetzende Reaktionen wie die NADH-Oxidation durch Sauerstoff indirekt durch den Einsatz elektrochemischer Gradienten gekoppelt. Das Konzept der Elektronen-Bifurkation („electron bifurcation“) als alternativer biologischer Energiekonversions-Mechanismus gewinnt zunehmend an Bedeutung. Es ist daher nötig, seine Funktion im Detail zu verstehen. Nipa Chongdar, Krzysztof Pawlak, Olaf Rüdiger, Edward J. Reijerse, Patricia Rodríguez-Maciá, Wolfgang Lubitz, James A. Birrell und Hideaki Ogata vom CEC-Mülheim und der Hokkaido Universität, Japan, haben ihn untersucht und am 18.12.2019 im Journal of Biological Inorganic Chemistry (open acces) veröffentlicht. weiterlesen…

Australien in Flammen – Premier fordert „Geduld“

Morrison: „Kein Grund zur Panik“ – Feuerstürme

Im Süden Australiens sind die Feuer nach Medienberichten endgültig außer Kontrolle geraten – wenn sie jemals unter Kontrolle waren. Seit Tagen herrschen ungewöhnlich hohe Temperaturen, nun haben sie sogar einen Rekordwert erreicht. Die Hitze stellt ein enormes Risiko dar, denn sie könnte die zahlreichen Brände weiter anfachen. Premier Scott Morrison hat derweil erneut betont, es gebe keinen Grund zur Panik; gleichzeitig drängte er seine auf ihre Evakuierung wartenden Mitbürger, geduldig zu bleiben – währenddessen zeigt die Buschfeuer-Katastrophe keinerlei Anzeichen für ein Abklingen zeigt. Der Gewerkschaftsführer Anthony Albanese sagte, der nationale Notstand sei „enorm“ und es bestehe Bedarf an politischer Führung in der Buschfeuerkrise. weiterlesen…

Aus Wind mach Gas

Künstlich erzeugtes Methan lässt sich vergleichsweise leicht speichern. Das könnte eines der größten Probleme der Energiewende lösen. Die Politik muss es nur wollen.

Man stelle sich eine Maschine vor, die aus Wasser und Luft Treibstoff machen kann, für Flugzeuge, Busse, Autos, Schiffe. Oder Gas, für Heizung und Industrie. Klingt verrückt? Ist aber ziemlich einfache Chemie. Warum sich diese noch nicht durchgesetzt hat, hängt mit zwei Problemen zusammen, wie Hanno Charisius am 30.12.2019 in der Süddeutschen Zeitung erklärt. weiterlesen…

Radikaler Klimaschutz in Dänemark

70 Prozent weniger CO2 bis 2030

Wenn Klimaaktivisten einstimmig die Politiker ihres Landes – von der sozialdemokratischen Regierung mitsamt linken Stützparteien bis zur Bürgeropposition – über den grünen Klee loben, lohnt ein genauerer Blick. Zumal Dänemarks auf breiter Front im Parlament ausgehandeltes Klimagesetz mit dem Ziel von 70 Prozent weniger CO2-Emissionen bis 2030 für Optimismus genau in den Wochen sorgte, als die Madrider UN-Klimakonferenz kläglich scheiterte und in Berlin die Große Koalition ihr verzagtes Klimapaket vorlegte, wie Thomas Borchert am 01.01.2020 in der Frankfurter Rundschau schrieb. weiterlesen…

FfF: Warum wir weiter fürs Klima streiken

Staatenlenker und Weltöffentlichkeit erkannten endlich die Dringlichkeit der Klimakrise an – doch getan wurde nichts

Von Greta Thunberg, Luisa Neubauer und Angela Valenzuela – Am 02.12.2019, zu Beginn der später gescheiterten COP25, veröffentlichten drei prominente Mitglieder von Fridays for Future einen Text, in dem sie begründeten, warum sie weiter demonstrierten. „Nicht, weil wir das reizvoll finden“, sondern weil sie „keine anderen Optionen erkennen“. Die Wissenschaft schlage Alarm – sie – „nicht wir“- sei „beim Wort zu nehmen“. Solarify dokumentiert den Text – später wird es möglicherweise heißen: Einen der wichtigsten des vergangenen Jahres. weiterlesen…

Neujahrsnacht: Extreme Feinstaubbelastung durch Feuerwerk

Starke Nebelbildung verursachte Unfälle mit Toten und Verletzten – 135 Millionen für Böller

In vielen Ballungsgebieten in Deutschland zeigten die Messstationen des Umweltbundesamtes (UBA) in der Silvesternacht sehr hohe Feinstaubwerte an. „Mehr als 1.000 Mikrogramm Feinstaub“ um zwei Uhr morgens meldete der Wetterbericht in den tagesthemen vom 01.01.2019 aus Gelsenkirchen – „normal“ seien 50 µg als Grenzwert. Die Feinstaubteilchen wirken auf kleinste Tröpfchen im Wasserdampf wie Kondensationskerne, das Wasser wird sichtbar in Form von Nebel, der wird wiederum undurchsichtig mit Sichtweiten von wenigen Metern. Entsprechend meldete das Portal Wetter-Online auch „Viele schwere Unfälle durch Nebel“. Zum Teil sei „der Nebel durch das Silvesterfeuerwerk ausgelöst oder noch verstärkt“ worden. Geschätzt haben die Deutschen zu Silvester 2019 voraussichtlich rund 135 Millionen Euro in Form von Böllern und Raketen in die Luft gejagt, etwa so viel wie im Jahr davor. weiterlesen…

In der Atmosphäre über Lappland – Klimaforschung mit Stratosphärenballons

BEXUS 28/29: Studierende schicken Experimente in 26 Kilometer Höhe

Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen den Geheimnissen der Atmosphäre und der Planetenbildung auf die Spur kommen: Am 23.10.2019 um 6:33 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit startete einer Medienmitteilung zufolge der Stratosphärenballon BEXUS 29 mit Experimenten von Studierendenteams aus mehreren europäischen Ländern vom Raumfahrtzentrum Esrange in Nordschweden. Bei seinem dreistündigen Flug erreichte er eine Höhe von 26 Kilometern. Am 25. Oktober folgte mit BEXUS 28 der zweite Ballon der Kampagne. Vier der insgesamt neun Studierendenteams der BEXUS-Mission des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der schwedischen Raumfahrtbehörde SNSA stammen von deutschen Hochschulen. (Foto: Start des Stra­to­sphä­ren­bal­lons BE­XUS 2 – Credit: DLR (CC-BY 3.0)) weiterlesen…