Vor UN-Klimagipfel in New York: Wissenschaftler-Allianz schlägt Alarm

Wichtige Fakten und Zahlen über wachsende Kluft zwischen Zielen und Realität

Weil ihnen die Maßnahmen gegen die Erderwärmung viel zu gering erscheinen, schlägt eine Wissenschaftler-Allianz Alarm. Vor dem UN-Klimagipfel in New York forderten die sieben Institutionen, die Bemühungen um Verringerung des CO2-Ausstoßes müssten sich verdreifachen, um die Erwärmung auf zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Um 1,5 Grad zu halten, müssten sie sich sogar verfünffachen. Das ist das Ergebnis der Untersuchung führender Wissenschaftler für die Teilnehmer des UN-Gipfels am 23.09.2019. Ihm vorangegangen war am Vortag ein UN-Jugendgipfel, bei dem Greta Thunberg erneut zu größeren Anstrengungen für den Klimaschutz aufgerufen hatte. Immerhin 75 der 197 Staaten, die sich zum Pariser Klimaabkommen bekannt haben, sollen mittlerweile Nachbesserungen ihrer Politik signalisiert haben, wie der Tagesspiegel am 22.09.2019 mitteilte. weiterlesen…

Ein Cent pro Kopf und Tag

Deutlich zu wenig Unterstützung für arme Länder bei Anpassung an Erderwärmung

Die tatsächliche Unterstützung, welche die am wenigsten entwickelten Länder von reichen Ländern erhalten, um sich vor den verheerenden Auswirkungen der Klimakrise zu schützen, beträgt umgerechnet rund ein Cent pro Kopf und Tag. Das kalkulierte die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam anlässlich des seit 19.09.2019 in New York tagenden Klimagipfels. In ihrem Bericht beschreibt sie die verheerenden Auswirkungen der Erderwärmung in Mosambik und Ländern am Horn von Afrika. Oxfam fordert darin von den Industrieländern deutlich mehr Anstrengungen beim Klimaschutz sowie erheblich mehr Mittel, um arme Länder bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. weiterlesen…

Erhöhung des Meeresspiegels durch Schmelzwasser

Grönlands wachsende Eisschichten verstärken den Schmelzwasserabfluss und sorgen für eine Erhöhung des Meeresspiegels

Immer mehr Meter dicke, wasserundurchlässige Schichten aus Eis bilden sich im Innern von Grönlands Eisschild aus. Und zwar dort, wo sich eigentlich poröser Firn befindet. Dieser poröse Firn fungiert normalerweise als Schmelzwasserspeicher. Die neu entstehenden Eisschichten verhindern jedoch das Eindringen des Wassers und folglich fließt das aufkommende Schmelzwasser ins umliegende Meer – und trägt so zu einem weltweiten Anstieg des Meeresspiegels bei, berichtet ein internationales Forschungsteam in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature. weiterlesen…

Buchempfehlung: „Gesellschaft und Klima – Entwicklungen, Umbrüche, Herausforderungen“

Verstehen und Handeln im Umgang mit Klimawandel erfordert längst multidisziplinäre Perspektive

Klima ist heute weder nur natürlicher Hintergrund menschlichen Handelns noch eine unser Handeln determinierende Kraft. Vielmehr ist das Klima ein mitbestimmender Faktor sozialer, politischer und wirtschaftlicher Interaktionen. Mehr denn je muss die Erforschung des Klimasystems auch den Beitrag der Sozial- und Geisteswissenschaften einbeziehen. Denn ob das Klima in Zukunft einen noch umfassenderen Einfluss auf unsere Gesellschaften haben wird, ist vor allem eine Funktion menschlichen Handelns. Die Autoren Nico Stehr und Amanda Machin warnen in ihrem 2019 bei Velbrück Wissenschaft veröffentlichten Buch „Gesellschaft und Klima“ vor einfachen Antworten. weiterlesen…

Ferroelektrizität verbessert Perowskit-Solarzellen

Erwin-Schrödinger-Preis der Helmholtz-Gemeinschaft und des Stifterverbandes für KIT-Forscher

Silizium gilt als Platzhirsch unter den Solarzell-Technologien. Doch schnell haben metallorganische Perowskit-Solarzellen aufgeholt und im Labor ebenfalls Wirkungsgrade von 25 Prozent erreicht, auch dank der Forschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Ein multidisziplinäres Team von sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des KIT hatte etwa Belege für ferroelektrische Mikrostrukturen gefunden und konnte damit die Eigenschaften moderner Perowskit-Solarzellen erklären. Für diese herausragende Leistung erhielt das Team am 19.09.2019 den mit 50 000 Euro dotierten Erwin-Schrödinger-Preis der Helmholtz-Gemeinschaft und des Stifterverbandes. weiterlesen…

MOSAiC – eingefroren im „ewigen“ Eis

Größte Arktis-Expedition aller Zeiten gestartet

Eingefroren im arktischen Meereis erforschen 300 Wissenschaftler aus 17 Nationen mit dem Forschungseisbrecher Polarstern ein Jahr lang das Epizentrum des Klimawandels. Nach einem Jahrzehnt der Vorbereitungen verließ die Polarstern am 20.09.2019 den Hafen des norwegischen Tromsø. Begleitet vom russischen Eisbrecher Akademik Fedorov nimmt er Kurs auf die zentrale Arktis zur größten Arktis-Expedition aller Zeiten: MOSAiC. (Foto: Die Polarstern kehrt von der MOSAiC-Expedition in den Hafen von Bremerhaven zurück – © Nico Harms, AWI) weiterlesen…

UN-Sondergipfel in New York – Auftakt für wichtige Verbesserung der Klimaziele

Deutschland muss internationale Partnerschaften für mehr Klimaschutz stärken

Weil die Klimaschutz-Zusagen der einzelnen Staaten bisher nicht stark genug sind, um die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen, hat UN-Generalsekretär Guterres die internationale Staatengemeinschaft für Montag, 23.09.2019, nach New York eingeladen. Auf diesem UN-Sonderklimagipfel und bis spätestens nächstes Jahr sollen die Staaten ihre nationalen Klimaziele nachbessern. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in New York erwartet und benötigt dafür ein strukturveränderndes eigenes Klimapaket im Gepäck, betont die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. weiterlesen…

Wie überzeugt man andere von der Notwendigkeit zu handeln?

Warum schauen wir dem “Meteoriteneinschlag in Zeitlupe” gebannt und untätig zu?

Am 22.07.2018 fragte Solarify (solarify.eu/klimawandel-einsicht-ist-nicht-gleich-handeln) schon einmal, warum wir den Klimawandel zwar einsehen und auch fürchten, aber gleichzeitig so gut wie nichts dagegen unternehmen. Auf Spiegel-Online versuchte damals Lena Puttfarcken eine Erklärung dafür, dass man “psychologisch gesehen ganz ohne Probleme von etwas überzeugt sein und sich trotzdem genau entgegengesetzt verhalten” könne. Warum handelt die Menschheit nicht schneller und entschiedener, um die Erderhitzung in den Griff zu kriegen? Der Kommunikationswissenschaftler George Marshall versucht seit Jahrzehnten, Menschen davon zu überzeugen, etwas gegen die Klimakrise zu unternehmen – er sagt in einem SPIEGEL-Interview mit Susanne Götze am 17.09.2019: „Der Klimawandel tut uns noch nicht weh genug“. weiterlesen…

Klimaforscher und CO2-Fußabdruck

Wie Klimaforscher ihre CO2-Fußabdrücke reduzieren können

Wissenschaftler, die mit Gemeinschaften arbeiten, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, mögen es schwierig finden, ihre Fluggewohnheiten anzupassen, aber sie können dennoch sinnvolle Veränderungen vornehmen, sagt David Samuel Williams am 16.09.2019 in Nature. Er hatte im Mai in Nature Careers einen Artikel über die flugintensive Kultur in der Klimaforschung gelesen. Darin setzte sich die Klimaforscherin Sofia E. Kjellman mit ihrem Kohlendioxidausstoß infolge ihrer Arbeit auseinander:Aber es geht in zwei Nature-Artikeln nichrt nur um Klimaforscher… weiterlesen…

Uneinigkeit Wirtschaft-Politik beim Wasserstoff

Autoboss: „…einfach Unsinn!“

VW-Boss Herbert Diess hat sich – so die Wirtschaftswoche am 17.09.2019 – auf den Elektromotor „eingeschossen – und zwar klipp und klar“. In einer Gesprächsrunde mit Journalisten im Rahmen der IAA äußerte er sich laut Wirtschaftswoche vom 17.09.2019 sehr kritisch zum konkurrierenden Wasserstoffantrieb: Er sei sich „sehr sicher“, dass Wasserstoff keine relevante Option für den Antrieb von Autos sei. Dass japanische Autohersteller Wasserstoff aus Braunkohle herstellen ließen, mit Tankern nach Japan transportierten und dort in Autos füllten, „das ist einfach Unsinn.“ Ganz anders die Politik – dort ist Wasserstoff im Rahmen der Klimadebatte zu einem wichtigen Thema geworden. weiterlesen…