Luftverkehr: Privilegien runter, Klimaschutz rauf

Öko-Institut fordert: Klimaschädliche Subventionen streichen, CORSIA verschärfen

Deutschland sollte sich für eine EU-weite Besteuerung des Kerosins für Flugzeuge einsetzen und die Luftverkehrsteuer so erhöhen, dass hierdurch die fehlende Mehrwertsteuer auf internationale Flüge ausgeglichen wird. Mit diesen und weiteren Vorschlägen kann die heute bestehende Bevorteilung des Luftverkehrs gegenüber anderen Verkehrsmitteln wie der Bahn beendet und stärkere Anreize zur Senkung der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen gesetzt werden. Das zeigt eine am 24.05.2021 veröffentlichte Untersuchung des Öko-Instituts im Auftrag der Stiftung Klimaneutralität.. weiterlesen…

Scheuer: „Fahrverbote überflüssig“

Programm für saubere Luft in Städten erfolgreich – Luftqualität deutlich verbessert – BUND und DUH klagen dennoch, erfolgreich

In einer Medienmitteilung verkündet Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer stolz den Erfolg der 374 Maßnahmen seines Hauses für Tausende neue Elektrofahrzeuge, Ladesäulen, saubere Busse und zur Digitalisierung der Verkehrssysteme, die hätten dazu beigetragen, dass immer weniger Städte den Grenzwert für Stickoxide reißen. Von den mehr als 90 Städten 2016 überschritten jetzt nur noch sechs die zulässigen Grenzwerte von 40 μg NO2/m3, „die meisten davon nur leicht“. Ungeachtet dessen gewinnen Umwelt-NGO Prozesse um bessere Luft: Die Stadt Hamburg muss ihren Luftreinhalteplan ebenso unverzüglich überarbeiten wie Kiel und Ludwigsburg – so eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes vom 28.05.2021 (bverwg.de/34-36). weiterlesen…

Regierung muss Jugend vor Klimaschäden schützen

Urteil in Australien – widersprüchliches Echo des Kohlekonzerns

Ein Urteil, das aufhorchen lässt: Australiens Regierung muss junge Menschen vor drohenden Klimaschäden schützen. Acht Teenager und eine 86jährige Ordensfrau hatten eine einstweilige Verfügung dagegen beantragt, dass die Regierung die Erweiterung der Vickery-Kohlemine von Australiens größtem Kohlekonzern Whitehaven Coal im Norden von New South Wales genehmigt – der widerspricht, „freut sich“ gar. (Foto: Tagebau Kalgoorlie, Westaustralien – © Stephen Codrington, CC BY 2.5, commons.wikimedia.org). weiterlesen…

„Big Oil’s böser, böser Tag“

Lesehinweis auf Artikel von Bill McGibben im New Yorker

Die vernichtenden Schläge gegen drei der größten Ölkonzerne der Welt haben deutlich gemacht, dass die Argumente, die viele seit Jahrzehnten vorgebracht haben, auf höchster Ebene angekommen sind. In dem vielleicht bisher katastrophalsten Tag für die traditionelle fossile Brennstoff-Industrie hat eine bemerkenswerte Reihe von Aktionärsabstimmungen und Gerichtsurteilen die Zukunft von drei der größten Ölkonzerne der Welt durcheinander gebracht – schreibt Bill McKibben am 26.05.2021 im New Yorker. weiterlesen…

EuGH stoppt Braunkohleförderung im polnischen Turow

Umweltministerium hatte erst im April Abbau bis 2044 verlängert

Polen muss nach einer Eilentscheidung des Europäischen Gerichtshofes den Braunkohletagebau Turów im Dreiländereck zu Deutschland und Tschechien sofort einstellen. Das polnische Umweltministerium hatte grünes Licht gegeben, dass der Energiekonzern PGE im Zittauer Dreiländereck unmittelbar an der Neiße bei Zittau bis zum Jahr 2044 Braunkohle abbauen und verstromen kann. Dafür ist das Kraftwerk Turów im polnischen Reichenau, das als eines der größten Polens fünf Prozent von Polens Energie produziert, mit Milliardenaufwand modernisiert worden. Die Förderung von Braunkohle im Tagebau Turow war 1994 aufgenommen worden. (Foto: Tagebau Turów – einschließlich der Abraum- und Aschenhalde rund 50 km² Fläche; im Hintergrund das dazugehörige Kohlekraftwerk – © Jerzy Górecki auf Pixabay) weiterlesen…

Alarmierende Zerstörung biologischer Vielfalt

Sechstes Massensterben?

Die biologische Vielfalt in Süßwasser-Ökosystemen geht dramatisch zurück; zahlreiche Arten sind vom Aussterben bedroht, meist als direkte oder indirekte Folge menschlicher Einflüsse. Lebensraumzerstörung, Klimawandel, Übernutzung, Umweltverschmutzung und invasive Arten sind die Hauptursachen für den raschen Rückgang der Biodiversität auf der Erde. Das sechste Massensterben droht: Wenige hundert Jahre menschengemachten Rückgangs der Biodiversität fordern Millionen Jahre der Erholung – das ist das alarmierende Ergebnis einer am 21.05.2021 veröffentlichten internationale Studie unter Federführung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). weiterlesen…

Wasserstoff-Masterplan für Ostdeutschland

Fraunhofer-Institute legen bundesländer-übergreifenden Bericht für Ostdeutschland vor

Die Fraunhofer-Institute IEG, ISI und IKTS haben einen „Wasserstoff-Masterplan für Ostdeutschland“ vorgelegt. Zu den Standortvorteilen gehört Strom aus Photovoltaik und Wind, dessen erschließbares Potenzial in allen neuen Bundesländern die heutige Nachfrage überschreitet – schreibt Petra Hannen am 21.05.2021 auf pv magazine. Der Bericht identifiziert „große Potenziale für neue Wertschöpfung mit Wasserstoff in Ostdeutschland“. Die Wasserstoff-Nachfrage in Verkehr und Industrie steigt bis 2030 auf rund 17,3 TWh und bis 2050 auf 49 TWh. Eine (zu gründende) „Wasserstoffagentur Ostdeutschland“ könnte die länderübergreifende Zusammenarbeit koordinieren. Für erfolgreichen Wasserstoff-Markthochlauf machen die Institute mehr als 50 konkrete Vorschläge. (Titel © Fraunhofer IKTS, Fraunhofer IEG, Fraunhofer ISI) weiterlesen…

Die Zukunft der Energieversorgung in einem Studiengang

Interdisziplinäre Vorbereitung

Dekarbonisierung, Digitalisierung, Dezentralisierung, Demographie (4D) – unter diesen Schwerpunkten diskutieren Industrie und Forschung den Klimawandel und seine Folgeerscheinungen. Die Hochschule München (mit 18.000 Studierenden eine der größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften Deutschlands) vereint die Lehre zu den vier Megatrends im neuen berufsbegleitenden Masterstudiengang „4D – Moderne Energiesysteme und Mobilität“ – so eine Medienmitteilung vom 19.05.2021. weiterlesen…

Schulze: Deutschland wird Vorreiter bei Erneuerbaren Energien im Verkehr

Bundestag beschließt neue Vorgaben für Förderung klimafreundlicher Kraftstoffe – ab 2023 Aus für Palmöl

Bis 2030 wird die Treibhausgas-Minderungsquote für Kraftstoffe von heute sechs auf 25 Prozent ansteigen. So sieht es eine Gesetzesänderung vor, die laut einer BMU-Medienmitteilung am 21.05.2021 vom Bundestag verabschiedet wurde. Demnach müssen Mineralölunternehmen künftig deutlich mehr Erneuerbare Energien einsetzen, um die CO2-Emissionen ihrer Treibstoffe zu senken. Mit dem Beschluss verbannt Deutschland zudem ab 2023 Biokraftstoffe auf Basis von Palmöl aus den Tanks. Neben starken Anreizen für den Einsatz grünen Wasserstoffs und die Förderung von Ladesäulen sollen künftig vor allem fortschrittliche aus Abfall- und Reststoffen gewonnene Biokraftstoffe gefördert werden. weiterlesen…

Deutschland und Kanada versuchen, Kohleausstieg demokratisch zu legitimieren

IASS-Untersuchung

Der Kohleausstieg ist zwar für wirksamen Klimaschutz unerlässlich, löst aber in den betroffenen Regionen Ängste und Widerstände aus. Um den damit einhergehenden Strukturwandel erfolgreich zu gestalten, haben Kanada und Deutschland verschiedene Interessengruppen eingebunden. In einer neuen (unter CC-Lizenz in Political Geography veröffentlichten) Studie vergleichen IASS-Forscher zwei Stakeholder-Kommissionen auf der Grundlage von Experteninterviews mit ihren Mitgliedern und zeichnen nach, wie die Regierungen ihre Ausstiegsspolitik legitimieren. weiterlesen…