Dichtes Blätterdach schützt vor steigenden Temperaturen

Ökologen der Universität Jena erforschen in internationalem Team die Klimaerwärmung des Waldes

Ein Großteil aller landlebenden Tier- und Pflanzenarten weltweit lebt in Wäl­dern und dort oft im Unterwuchs oder im Boden. Standardisierte Wetterstationen, die wertvolle Informationen zur Klimaerwärmung sammeln, stehen allerdings in der Regel auf freiem Feld und messen Temperaturen in etwa zwei Meter Höhe. Die von ihnen geliefer­ten Daten sind somit für den Wald – eines der wichtigsten Ökosysteme der Erde – nur bedingt aussagekräftig. Denn wie jeder weiß, der schon einmal im Schatten von Bäumen spazieren gegangen ist, herrscht hier ein anderes Klima. Ein internationales Forschungs­team hat nun erstmals die Klimaerwärmung unter dem Kronendach – und damit den Un­terschied zum Freiland – mit handfesten Zahlen bestimmt. Ihre Ergebnisse veröffentlich­ten die Wissenschaftler, unter ihnen Experten der Friedrich-Schiller-Universität Jena, im „Science“. weiterlesen…

Einfluss von COVID-19-Folgen auf globale CO2-Werte

Nur verschwindend geringe Abweichung von 0,5 ppm

Ein Rückgang des weltweiten Verbrauchs fossiler Brennstoffe wurde durch die Einschränkung von Reisen und gesellschaftlichen Zusammenkünften als Reaktion auf die Verbreitung des Coronavirus ausgelöst. Wie wird sich dieser Rückgang in den atmosphärischen Kohlendioxidmesswerten widerspiegeln, die den als Keelingkurve bekannten Datensatz bilden, der von Wissenschaftlern der Scripps Institution of Oceanography an der University of California in San Diego verwaltet wird? Am 03.05.2020 verzeichnete das Mauna-Loa-Observatorium auf der hawaiianischen Insel Big Island den neuen Tageshöchststand von rund 418 ppm. Im Januar 2020 hatte der Höchstwert bei 415 gelegen. weiterlesen…

Was bedeutet Dekarbonisierung für europäische Energieregionen?

Start des Forschungsprojekts CINTRAN unter Leitung des Wuppertal Instituts

Führt ambitionierte Klimaschutzpolitik in europäischen Energieregionen zu hoher Arbeitslosigkeit und sozialer Erosion? Verschafft der Kohleausstieg dort populistischen Bewegungen Auftrieb und schürt antidemokratische Ressentiments? Entwickeln diese Regionen geeignete Strategien im Umgang mit dem anstehenden Wandel ihrer kohlenstoffintensiven Wirtschaft? Diese und weitere übergreifende Fragen wird das Wuppertal Institut mit 13 Projektpartnern innerhalb des neuen Forschungsprojekts CINTRAN bearbeiten. Die Forschenden wollen ein besseres Verständnis der Muster und Dynamiken von Transformationsprozessen schaffen, die mit der Dekarbonisierung (Korrektere sagen „Defossilisierung“) Europas einhergehen, um anschließend konkrete Handlungsempfehlungen geben zu können. (Foto: Kohlekraftwerk Niederaußem – © Franziska Vogt für Solarify) weiterlesen…

Trotz Corona CO2-Gehalt der Atmosphäre weiterhin auf Rekordkurs

Mojib Latif: Gebot der Stunde – „Wirtschaft fördern und gleichzeitig CO2-Ausstoß deutlich verringern“

Aufgrund des Shutdowns sinken die Treibhausgas-Emissionen zwar kurzfristig, die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt jedoch weiter – möglicherweise nur etwas langsamer. Das zeigen auch die Messwerte vom Umweltbundesamt in Deutschland. Das Deutsche Klima-Konsortium betont daher in seinem Statement, wie wichtig eine konsequente Klimapolitik gerade jetzt ist. weiterlesen…

Echtzeit-Einblicke in die Methanolsynthese

Dynamischer Betrieb einer Miniplant-Anlage am Fraunhofer ISE

Methanol wird mit einer aktuellen Jahresproduktion von mehr als 100 Mio. t als chemischer Energieträger im Zuge der Energiewende an Bedeutung gewinnen. Im Rahmen seines Projekts „Power-to-Methanol – Grünes Methanol“ hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE schon im Dezember 2019 erfolgreich eine Miniplant-Anlage zur Methanolsynthese, also der Herstellung von Methanol aus Wasserstoff und CO2, in Betrieb genommen. (Foto: Scale-Down-Miniplant zur Erforschung der Methanolsynthese am Fraunhofer ISE – © Fraunhofer ISE) weiterlesen…

Green Deal zu schwarzen Bedingungen

Kommissionschefin von der Leyen und Kanzlerin Merkel wollen schärfere Klimaziele. Doch CDU/CSU unterhöhlen den Plan mit vielen Ausnahmen.

Die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag hat ihre Bedingungen formuliert, unter denen sie den „Green Deal“ der EU-Kommission unterstützt: Demnach soll es mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit nur geben, wenn Deutschland unter anderem bei den künftigen CO2-Einsparungen entlastet wird, wie Bernhard Pötter am 13.05.2020 in der taz schrieb. weiterlesen…

Die Wissenschaft meldet sich zu Wort

Ernst Ulrich von Weizsäcker im Interview des forum Nachhaltig Wirtschaften
– mit freundlicher Genehmigung

Die aktuelle Pandemie hat Wissenschaftler zu vielbefragten Stars in den Fernsehstudios gemacht. Der Ehrenpräsident des Club of Rome war das schon lange vorher. Spätestens seit dem Entstehen der Fridays for Future-Bewegung, haben Wissenschaftler aktiv das Wort ergriffen und als Netzwerk der Scientists for Future (S4F) Klartext in Sachen Klimawandel gesprochen. forum Nachhaltig Wirtschaften kooperiert mit diesem Zusammenschluss von mehr als 26.800 Wissenschaftlern aller Disziplinen und stellt Forscher und Konzepte vor, die positive Denkanstöße für die notwendige Transformation geben und vorleben. weiterlesen…

Solardeckel als Jobvernichter

„100.000 Menschen in Lohn und Brot“

Seit einigen Jahren verzeichnet die Photovoltaik (PV)-Branche in Deutschland wieder steigende Installationszahlen und damit einhergehend eine positive Beschäftigungsdynamik. Mittlerweile sind in der Branche wieder mehr als 29.000 direkt Beschäftigte tätig und trotz der Corona-Pandemie zeigt sich die Beschäftigungssituation stabil. Diese positive Entwicklung droht durch das zeitnahe Erreichen des 52 GW Solardeckels zum Erliegen zu kommen. Stattdessen muss mit einem Abbau von mehr als der Hälfte der heute bestehenden Arbeitsplätze bis Ende des Jahres 2021 gerechnet werden. Das Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EUPD Research hat in zwei Entwicklungspfaden die jeweiligen volkswirtschaftlichen Effekte im deutschen PV-Markt bis 2023 berechnet: weiterlesen…

Nachhaltig zahlt sich aus

Umfrage: Nachhaltige Unternehmen resilienter in der Krise

Die Corona-Krise und die damit ausgelöste Ausnahmesituation stellt die Wirtschaft weltweit vor enorme Herausforderungen. Auch in Deutschland sind viele Betriebe und Unternehmen stark unter Druck. Aber die Krisensituation macht auch eines deutlich: Nachhaltige Unternehmen sind resilienter in der Krise, wie eine aktuelle Umfrage von UnternehmensGrün und verschiedene Studien zeigen. weiterlesen…

SRU fordert Budgetierung – Deutschland muss 2038 CO2-neutral sein, nicht erst 2050

SRU-Gutachten 2020: „Für eine entschlossene Umweltpolitik in Deutschland und Europa“

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen veröffentlichte am 14.05.2020 sein 556-seitiges Umweltgutachten 2020 mit dem Titel „Für eine entschlossene Umweltpolitik in Deutschland und Europa“ und erörterte es in einer Videokonferenz mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Hauptforderung: Deutschland muss viel früher CO2-neutral sein, nämlich 2038, nicht 2050. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie verlören Klimawandel und Biodiversitätsverlust zwar aktuell an Aufmerksamkeit. Die langfristige Bedrohung der ökologischen Lebensgrundlagen bleibe aber bestehen. weiterlesen…