Blindflug durch das Entgeltsystem

Agora Energiewende kritisiert Fehlentwicklungen und empfiehlt grundlegende Neuordnung des Stromnetzentgelt-Systems

Das System der Stromnetzentgelte steuere auf immer gravierendere Fehlentwicklungen zu: Zum einen stiegen die Netzkosten und könnten schon bald der größte Einzelposten auf der Stromrechnung sein. Zum anderen behinderten die aktuellen Regeln für die Netzentgelte den Umbau des Stromsystems im Zuge der Energiewende – sie wirkten ihm zum Teil sogar entgegen. Hierbei könnten Politik und Wissenschaft aber nicht nachzuvollziehen, wofür die Netzentgelte in der Höhe von bundesweit jährlich rund 24 Milliarden Euro genau ausgegeben und wie sie auf die unterschiedlichen Gruppen von Stromverbrauchern umgelegt würden. Die Netzausgaben würden daher de facto im Blindflug gesteuert, kritisiert Agora Energiewende. Damit die Politik die Steuerbarkeit wiedererlangt, empfiehlt der Berliner Thinktank in einem am 15.04.2019 veröffentlichten Impuls-Papier dringend eine umfassende Reform der Netzentgelte. weiterlesen…

Erster umweltfreundlicher Lkw-Antrieb

MIT-Ingenieure entwickeln Hybrid-Schwerlastwagen

Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben einen E-Lkw in Kombination mit Benzin-Ethanol-Motor entwickelt, und sind überzeugt, dass damit Umweltverschmutzung und Treibhausgase radikal gesenkt werden. Daniel Cohn und Leslie Bromberg haben sich vor einigen Jahren der Herausforderung gestellt, einen emissionsarmen und kraftstoffeffizienten Ersatz für die umweltschädlichen Dieselmotoren zu entwickeln, die traditionell als die einzig mögliche Option für den Antrieb von Schwerlast-Lkw angesehen werden. Mit ausgeklügelten, von Bromberg entwickelten Computermodellen haben sie nun ein Konzept für einen Motor entwickelt, der dieser Aufgabe gerecht werden soll. weiterlesen…

Transpolardrift geschwächt – Meereis schmilzt bereits in seiner Kinderstube

Neue AWI-Studie zeigt extremes Ausmaß der Arktis-Meereisschmelze

Der starke Eisrückgang in der Arktis beeinflusst das Meereis auf seiner Wanderung über den Arktischen Ozean. Wie Forschende des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung einer Medienmitteilung vom 02.04.2019 zufolge in einer neuen Studie berichten, erreichen heutzutage nur noch 20 Prozent des Meereises, das in den flachen, russischen Randmeeren des Arktischen Ozeans entsteht, tatsächlich die zentrale Arktis und begeben sich dort auf die sogenannte Transpolardrift. 80 Prozent des jungen Eises dagegen schmelzen, bevor es seine Kinderstube verlassen hat. (Foto: Untersuchung von in Eis eingeschlossenen Sedimenten, beobachtet während einer Kreuzfahrt des Forschungsschiffes Polarstern in der Transpolaren Drift 2014 – © AWI – Ruediger Stein) weiterlesen…

Amorphes Molybdänsulfid bester Katalysator

Forschung für Solare Brennstoffe

Für die Produktion von Wasserstoff mit Sonnenlicht werden effiziente und preisgünstige Katalysatoren gebraucht. Molybdänsulfide gelten als gute Kandidaten. Nun hat ein Team am HZB aufgeklärt, welche Prozesse während der Katalyse an Molybdänsulfiden ablaufen und wieso ausgerechnet amorphes Molydänsulfid am besten funktioniert. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal ACS-Catalysis veröffentlicht. weiterlesen…

Erste sektorenübergreifende stundenscharfe Simulation des globalen Energiesystems

100% Erneuerbare kostengünstiger als derzeitiges Energiesystem

Die neue Studie der Energy Watch Group und LUT University skizziert als erste ihrer Art ein 1,5°C-Szenario mit einem kostengünstigen, sektorenübergreifenden und auf hoher Technologievielfalt beruhenden globalen 100% Erneuerbare-Energien-System, welches ohne negative CO2-Emissionstechnologien auskommt. Die wissenschaftliche Modellierungsstudie simuliert eine vollständige weltweite Energiewende in den Bereichen Strom, Wärme, Verkehr und Meerwasserentsalzung bis 2050. Sie basiert auf viereinhalb Jahren Forschung und Analysen von Datenerfassungen und technischen und finanziellen Modellierungen von 14 Wissenschaftlern. Dadurch wird bewiesen, dass die Wende hin zu 100% Erneuerbaren Energien mit dem heutigen, konventionellen fossil-nuklearen System wirtschaftlich konkurrenzfähig ist und die Treibhausgasemissionen im Energiesystem noch vor 2050 auf Null reduziert werden können. weiterlesen…

Bakterien fressen Plastik auf

Enzym MHETase zerlegt PET-Kunststoff

Ein Team der Universität Greifswald und des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) hat einer Medienmitteilung vom folgend an der Synchrotronlichtquelle BESSY II (Foto) die Struktur eines wichtigen Enzyms namens MHETase entschlüsselt. Die MHETase wurde in einem Bakterium entdeckt. Sie ist in der Lage, zusammen mit einem zweiten Enzym, der PETase, den weit verbreiteten Kunststoff PET in seine Grundbausteine zu zerlegen. Die 3D-Struktur der MHETase ermöglichte es den Forschern bereits, die Aktivität dieses Enzyms gezielt zu optimieren, um es zusammen mit der PETase für das nachhaltige Recycling von PET zu nutzen. Die Ergebnisse wurden am gleichen Tag in Nature veröffentlicht. weiterlesen…

Hitze- und Dürreperioden künftig auch auf der Nordhalbkugel

Anthropogener Klimawandel verantwortlich

Ohne Klimawandel hätte es die Dürren und die großflächige Hitze des letzten Sommers nicht gegeben. Zu diesem Schluss kamen jetzt Klimaforscher der ETH Zürich. Derartige, gleichzeitig über mehrere Monate von Hitze betroffene Gebiete seien nur aufgrund des vom Menschen in Gang gesetzten Klimawandels möglich. Die ETH-Klimaforscherin Martha Vogel hat am 09.04.2019 im Rahmen einer Pressekonferenz der European Geosciences Union in Wien Beobachtungs- und Modelldaten ihrer aktuellen Studie vorgestellt. weiterlesen…

15 Unternehmen vereinbaren freiwillige Klimaziele

Industrieverband Hamburg (IVH) und Senat starten Energieeffizienz-Netzwerk für weniger CO2

15 große Hamburger Unternehmen haben sich beim Klimaschutz unter Schirmherrschaft von Umwelt- und Energiesenator Jens Kerstan vernetzt. Im Rahmen der Bundesinitiative Energieeffizienz haben die Firmen das „IVH-Energieeffizienz-Netzwerk der Hamburger Industrie“ gegründet. Die Laufzeit des Netzwerks ist für drei Jahre vorgesehen. Die Unternehmen haben vereinbart, gemeinsam eine CO2-Reduktion von jährlich 75.000 Tonnen zu erzielen – das entspricht 335.000 MWh Energieverbrauch. Die angestrebte Effizienz resultiere aus Investitionen in die Anlagentechnik sowie der Optimierung von Prozessen. „Die Unternehmer setzen damit ihr freiwilliges Engagement für den Klimaschutz in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Senat erfolgreich fort“, heißt es in einer Pressemitteilung der Hamburger Behörde für Umwelt und Energie. weiterlesen…

Leopoldina empfiehlt bundesweite Strategie zur Luftreinhaltung

Stellungnahme „Saubere Luft – Stickstoffoxide und Feinstaub in der Atemluft: Grundlagen und Empfehlungen“ veröffentlicht

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert zusätzliche Anstrengungen, um die Konzentration von Schadstoffen in der Luft weiter zu reduzieren. Dabei solle der Schwerpunkt mehr auf Feinstaub als auf Stickstoffoxiden liegen. Von kurzfristigen oder kleinräumigen Maßnahmen, etwa von Fahrverboten, sei keine wesentliche Entlastung zu erwarten. Vielmehr sei eine bundesweite ressortübergreifende Strategie zur Luftreinhaltung erforderlich, heißt es in der veröffentlichten Stellungnahme „Saubere Luft – Stickstoffoxide und Feinstaub in der Atemluft: Grundlagen und Empfehlungen (2019)“. weiterlesen…

Zahl der Woche: Fast 50 Terawattstunden…

… Strom lieferten Windkrafträder und PV-Anlagen im ersten Quartal 2019

Die Windkrafträder an Land und auf See sowie die Photovoltaikanlagen haben von Januar bis März 2019 zusammen 49,4 Milliarden Kilowattstunden (fast 50 TWh brutto) Strom erzeugt. Das ist ein Plus von fast 25 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2018 (39,6 Mrd. kWh) und ein absoluter Rekordwert für die Jahreszeit. Das zeigt eine Berechnung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Der Zuwachs sei größtenteils durch ungewöhnliche Witterungsbedingungen zustande gekommen – es habe für die Jahreszeit viel Sonne und starken Wind gegeben, heißt es in der gemeinsamen Pressemeldung vom 11.04.2019. weiterlesen…